Groupons schneller Börsen-Kollaps

Eine Überraschung ist es nicht: Groupons Flitterwochen an den Aktienmärkten sind definitiv zu Ende. Um bemerkenswerte 55 Prozent war das viel kritisierte Schnäppchenportal zum Börsendebüt Anfang November in die Höhe geschossen und hatte dabei kurzfristig an der Schwelle eines Börsenwerts von 20 Milliarden Dollar gekratzt. Rund zwei Wochen später hat sich das Blatt gewendet: Groupons kurzer Höhenflug endet jäh – die Aktie bricht heute um 15 Prozent ein und fällt auf den Ausgabekurs zurück.

Anzeige

Eine Überraschung ist es nicht: Groupons Flitterwochen an den Aktienmärkten sind definitiv zu Ende. Um bemerkenswerte 55 Prozent war das viel kritisierte Schnäppchenportal zum Börsendebüt Anfang November in die Höhe geschossen und hatte dabei kurzfristig an der Schwelle eines Börsenwerts von 20 Milliarden Dollar gekratzt. Rund zwei Wochen später hat sich das Blatt gewendet: Groupons kurzer Höhenflug endet jäh – die Aktie bricht heute um 15 Prozent ein und fällt auf den Ausgabekurs zurück. 

Es war ein Traumstart: Genau 12 Handelstage konnte sich Andrew Mason als echter Börsenhai fühlen, der es allen gezeigt hatte – den Skeptikern, die Groupon prophezeiten, das Schnäppchenportal werde es nie an die Wall Street schaffen, den Analysten, die den Börsengang als völlig überteuert abkanzelten.

Bis auf 31 Dollar zog die Groupon-Aktie in den ersten Minuten zum Börsendebüt vor zweieinhalb Wochen an, obwohl sie nur für 20 Dollar an den Markt gebracht worden war – ein schnelle Kursexplosion von 55 Prozent schlug zu Buche. 20 Milliarden Dollar war das gerade mal drei Jahre alte Internet-Unternehmen wert und schoss damit senkrecht in die Top Ten der wertvollsten Dot.com-Konzerne der Welt.

15 Prozent verloren, Ausgabekurs erreicht

Seitdem hat der Abstiegskampf begonnen. Spätestens seit heute muss CEO Andrew Mason dagegen ankämpfen, zum Geldvernichter zu werden. Bei gerade mal 20,07 Dollar blieb die Groupon-Aktie heute stehen – ganze 7 Cents über dem Ausgabekurs.

Kurz nach dem Börsengang wird traditionell gerne Kurspflege betrieben, um den Ausgabekurs möglichst lange zu halten. Umso auffälliger erscheint die Heftigkeit des heutigen Einbruchs – um happige 15 Prozent oder 3,5 Dollar je Anteilsschein wurde Aktionäre an einem Handelstag ärmer, an dem die Märkte praktisch unverändert tendierten.

Experten hatten gewarnt: "Das IPO ist aufgeblasen und manipuliert"
Der Kurseinbruch war von Wall Street-Experten unterdessen prognostiziert worden. "Zeichnen Sie das Papier und verkaufen Sie es dann schnell", hatte Börsenkommentator James Cramer den Zuschauern seiner Sendung "Mad Money" (CNBC) geraten – und vorab gewarnt: "Das IPO ist aufgeblasen und manipuliert".  Die Empfehlung hätte sich ausgezahlt.

Glaubt man dem renommierten Internet-Kenner Henry Blodget, dürfte auf dem aktuellen indes Niveau längst nicht Schluss sein. "Groupon sieht überbewertet aus", fand der Gründer des Portalkonglomerats Business Insider schon auf Basis der Bewertung zur Road Show. "Eine Bewertung zwischen sechs bis neun Milliarden mit einem Mittelwert von 7,5 Milliarden Dollar wären angemessen", folgert Blodget.

Selbst nach dem heutigen Kursrutsch ist Groupon aber immer noch 13 Milliarden Dollar wert. Nach Einschätzung von Henry Blodget hat das Papier damit noch viel Luft nach unten. Ergo: Bis auf 12 Dollar könnte die Groupon-Aktie demnach fallen  – das wäre noch einmal 40 Prozent weniger. Willkommen in der harten Realität der Aktienmärkte, Groupon. 

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige