Adidas erlebt den Social-Media-GAU

Publishing Erst der Hackerangriff, jetzt ein Shitstorm: Als Sponsor der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine sieht sich Adidas mit harscher Kritik von Tierschützern konfrontiert. Die Aktivisten protestieren auf Facebook gegen die Tötung von tausenden Straßenhunden im Zusammenhang mit der EM 2012 durch die ukrainische Regierung. Sie drohen gar mit einem Flashmob vor dem Adidas-Flaghship-Store auf der Zeil in Frankfurt. Über dem in Social Media sehr aktiven Konzern wütet ein Sturm der Entrüstung.

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Zu Adidas’ Verteidigung muss gesagt werden, dass der Sportartikelhersteller natürlich nicht der einzige Sponsor der EM 2012 ist. Neben Adidas gehören auch Carlsberg, Castrol, Coca-Cola, Hyundai-Kia, McDonald’s, Orange, Sharp und Canon zu den offiziellen Hauptsponsoren im Partnerprogramm. Dennoch steht besonders Adidas im Kreuzfeuer der Entrüstung. Hunderte Nutzer kommentieren auf der Facebook-Seite des Unternehmen.
Ein User schreibt: „Menschenrechte ist eines – aber das tuen Menschen Menschen an! Tiere sind unschuldig und immer das schwächere Glied in der Kette! Daher macht mich Tierquälerei wütender als Folter. Tiere können nichts für menschliche Fehler!“ Ein anderer fügt hinzu: „Wie wäre es mit handeln …und nicht nur beobachten bis es keine Strassentiere mehr gibt….für beobachten habe ich k e i n Verständnis.“ Das Blog VIP-Raum der Nürnberger Zeitung berichtet zudem, dass viele Beiträge von Adidas gelöscht worden seien. Die Pressesprecherin des Unternehmens, Katja Schreiber, dementierte das auf MEEDIA-Anfrage.
Der Sportartikelhersteller, der ansonsten sehr schnell über seine Scocial-Media-Kanälen kommuniziert, reagierte rund 30 Stunden nach Beginn der Proteste mit einem Posting auf die zahlreiche Kritik: Man sei „strikt gegen jegliche Form der Tierquälerei“ und erwarte von den ukrainischen Behörden, diesen Vorwürfen „gewissenhaft nachzugehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“. Der Konzern beobachte dieses Thema ganz genau und werde das auch weiterhin tun.
Unterdessen gründeten einige Tierschützer die Facebook-Gruppe „Stop killings dogs – Euro 2012 in Ukraine“. Rund 45.000 Menschen folgen der Seite bereits, auf der die Initiatoren auf Demonstrationen hinweisen und blutige Fotos von Tiertötungen posten. Außerdem riefen sie eine Internetplattform ins Leben, auf der sogar ein Protest-Mustertext zum Download bereit steht.
Erst vor zwei Wochen hatten Hacker die Webseiten von Adidas und anderen Konzernteilen lahmgelegt. Das Unternehmen teilte mit, dass der Hackerangriff eindeutig krimineller Natur gewesen sei. Über mehrere Tage waren die Internetportale nicht erreichbar. Ob die Fälle in einem Zusammenhang stehen, ist unklar.
Auch andere Unternehmen reagieren auf die Tierquäler-Vorwürfe. Carlsberg schrieb auf seiner Facebook-Fanseite, gegen jede Art von Tierquälerei zu sein. Gleichzeitig wies der Bierbrauer sämtliche Verantwortung von sich. „Die UEFA als Veranstalter ist für diese Angelegenheit zuständig und beschäftigt sich aktiv mit dem Thema. Für Fragen wendet euch bitte direkt an die UEFA Pressestelle.“
Der Telekommunikationsanbieter Orange teilte auf seiner Facebook-Seite mit, Nutzerbeiträge zum Thema Tierquälerei in der Ukraine von der Pinnwand zu löschen. Dies sei nötig, „um die Qualität des Austauschs auf der Facebook-Seite für alle Nutzer zu gewährleisten“. Doch die Stellungnahme bewirkt das Gegenteil: So schreibt ein User repräsentativ für die meisten Kommentare, „Sie machen sich zu Mittätern und finanzieren dieses Massenschlachten auch noch! Gut zu wissen WO man sicher auf Ewigkeiten keinen Vertrag mehr abschliessen wird. Ich schäme mich für das Unternehmen!!!!!!!“. Ein anderer kommentiert, „es kann nicht sein, dass fröhliche Spiele und Sport in einem Land abgehalten werden, in dem offensichtlich die Barbarei herrscht“.
Was halten Sie von den Protesten gegen Adidas? Diskutieren Sie auf unseren Facebook-Seite weiter

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