Holtzbrinck verkauft Südkurier-Mehrheit

Die zweite Übernahme innerhalb eines Jahres: Die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg kauft von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck 51 Prozent der Anteile am Südkurier. Die Transaktion erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamtes. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Man freue sich, das Blatt „partnerschaftlich mit Holtzbrinck in die Zukunft führen zu können“, sagte Pressedruck-Geschäftsführer Andreas Scherer. Bereits Ende 2010 übernahmen die Augsburger die Main-Post.

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Der Südkurier erreicht mit einer durchschnittlich verkauften Auflage von ca. 128.000 Exemplaren nach eigenen Angaben rund 390.000 Leser. Das Verbreitungsgebiet umfasst das südliche Baden-Württemberg, die Bodenseeregion, den Schwarzwald und den Hochrhein. Weitere Geschäftsfelder des Konstanzer Medienhauses sind neben der Tageszeitung Anzeigenblätter, Magazine, neue Medien, Onlineportale, Radio, Druck, Kommunikationsdienstleistungen sowie Brief- und Prospektzustellung.
„Der Erwerb der Anteilsmehrheit am Südkurier ist ein konsequenter Schritt innerhalb unserer Wachstumsstrategie, die wir in diesem Jahr mit dem Zukauf der Mediengruppe Main-Post in Würzburg begonnen haben“, sagte Scherer. „Dies ermöglicht uns ein wirtschaftlich verantwortungsvolles und nachhaltiges Wachstum.“
Der Chef der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Stefan von Holtzbrinck, sagte: "Mit der Mediengruppe Pressedruck haben wir den verlegerisch idealen Partner für den Südkurier gewonnen.“ Er lobte außerdem die „sehr gute Entwicklung“ des Südkuriers und man könne „stolz auf ein hochmodernes Medienhaus sein und zuversichtlich in die Zukunft schauen".
Der Verkauf der Anteile ist ein weiterer Schritt in Holtzbrincks Digitalisierungsstrategie. Das Medienhaus trennte sich bereits von anderen journalistischen Angeboten, wie der Main-Post, dem LPV Lebensmittel Praxis Verlag und Golem.de. Auch über einen Verkauf der Saarbrücker Zeitungsgruppe wird seit längerem spekuliert.
Stattdessen plant Holtzbrinck viele große Netz-Investments. Mit ihrem Venture-Capital-Fonds sind die Stuttgarter unter anderem beim Social-Gaming-Anbieter wooga, bei der Frage- und Antwort-Community Helpster.de und Lieferheld.de investiert.

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