Hitler-Spruch: Sidos kalkulierter Skandal

Rapper als Marketing-Profi: Bei einer Veranstaltung der österreichischen Werbewirtschaft machte Sido eine Hitler-Anspielung: "Ihr Österreicher habt uns da mal einen rübergeschickt, der uns Ordnung beigebracht hat." Am darauffolgenden Tag sprach die Presse von einem "Eklat um Sido". Schon zuvor setzte sich der in der Castingshow "Die große Chance" als Juror tätige Musiker medienwirksam in Szene. Alles geplant? Sido startet bald selbst eine Dokusoap, in der er Nachwuchsrapper castet.

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Sido, der skandalträchtige Rapper aus Berlin, "rockt" derzeit die Medien in seiner Wahlheimat Österreich. Kurz vor dem Start seiner ORF-Dokusoap "Blockstars – Sido macht Band" (15. Dezember) hat er es wieder in die Medien geschafft. Gut möglich, dass die Sendung sich nun auf höhere Einschaltquoten freuen kann. Denn der Musiker sieht sich selbst als "Dieter Bohlen Österreichs".
Der ORF teilte nach dem Eklat mit, der Satz, "der während Sidos Bühnenshow gefallen ist, war ausschließlich ironisch gemeint und ein Versuch des Künstlers, die Stimmung auf der Tanzfläche zu heben. Von der überwiegenden Zahl der Anwesenden wurde diese Ironie auch erkannt und daher mit einem Schmunzeln quittiert", erklärte Programmdirektor Wolfgang Lorenz.
Bereits Ende September machte Sido von sich reden. In der ORF-Talentshow "Die große Chance", wo er in der Jury sitzt, trat ein Geräuscherzeuger auf, der Motorengeräusche nachahmte. Dieser kam in Begleitung seines "Managers" – dem einflussreichen Kronen-Zeitung-Kolumnist Michael Jeannée. Dem Rapper war das offenbar egal – er machte den beiden unmissverständlich klar, dass sie ihn nervten. "Ihr habt jetzt ganz krass meine Zeit verschwendet mit so einer arroganten Scheiße auf der Bühne", sagte er laut Süddeutscher Zeitung.
Die Kronen-Zeitung zog daraufhin in einem ihrer folgenden Texte über den Deutschen her. Ihren Beitrag unter der Überschrift "Das Leben des ‚ORF-Stars‘ als einziger Mix aus Kriminalität und Taktlosigkeit" spickte sie mit Vorwürfen über die oftmals sexistischen und gewaltverherrlichenden Ausbrüche des Rappers, inklusive einer tadelnden Erwähnung des "Arschficksong". Sido sei ein Außenseiter, den man ins Gefängnis stecken sollte, schrieb das Blatt.
Sido brachte die Kritik offenbar so in Rage, dass er gerichtlich dagegen vorgeht. Wie die Süddeutsche Zeitung weiter schreibt, habe der Rapper wegen des Artikels seine Anwälte eingeschaltet.
Sidos achtteilige Dokusoap startet am 15. Dezember um 21.55 Uhr. Im Mittelpunkt steht "der soziale Aspekt", so der Rapper. Er wolle "talentierten, aber perspektivlosen Menschen einen Ausweg zeigen".

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