Anzeige

Kunzendorf & Król: Besser geht’s kaum

Der zweite Fall der neuen Frankfurter "Tatort"-Ermittler Conny Mey und Frank Steier sieht auf den ersten Blick sehr eindeutig aus. Eine Leiche in einem Nachtzug aus Warschau, ein flüchtender Verdächtiger, der sich am Vorabend auch noch mit dem Toten gestritten hat. Doch wie immer in guten Krimis sind die Dinge nicht so, wie sie scheinen. Und so kommt am Ende alles anders. Eins bleibt aber so wie im ersten Frankfurt-"Tatort": Joachim Król und Nina Kunzendorf sind ein Glücksgriff für die Reihe.

Anzeige

So ist es gar nicht die eigentliche Krimi-Handlung, die "Der Tote im Nachtzug" so sehenswert macht. Zwar gibt es ein paar Wendungen, doch echte Spannung entsteht kaum. Der Tote ist vor einigen Jahren aus der Bundeswehr entlassen worden, weil er in Drogengeschäfte verwickelt war. Neben Mey und Steier ist auch die Militärpolizei interessiert an der Aufklärung des Verbrechens, bzw. der Ergreifung des Verdächtigen. Und was weiß die Frau des Toten?

Viel interessanter als der Fall ist aber das Zusammenspiel der Ermittler. Die beiden Figuren Conny Mey und Frank Steier sind komplett gegensätzlich angelegt. Auf der einen Seite der Eigenbrötler und Melancholiker Steier, der nach seiner Verletzung aus dem ersten "Tatort" nun auch noch unter Angstzuständen leidet und sogar nachts in seinem Büro übernachtet. Auf der anderen Seite die lebensfrohe und sehr selbstbewusste Mey, die in Sachen Musik- und Klamottengeschmack irgendwann in den 80ern oder 90ern stehen geblieben ist und sich oft von ihren Emotionen leiten lässt.

Doch trotz dieser Unterschiede können Mey und Steier nicht ohne den jeweils anderen. Nur zusammen sind sie das erfolgreiche Ermittler-Duo. Und auf dem besten Wege, ein unverzichtbares "Tatort"-Team zu werden. Natürlich liegt darin auch eine gewisse Gefahr: Wie lange tragen die Gegensätze zwischen Mey und Steier die Krimis – oder gehen sie dem Zuschauer irgendwann auf die Nerven?

"Der Tote im Nachtzug" ist auf jeden Fall ein sehenswerter, ungewöhnlicher Film – mit starken Momenten, grandiosen Darstellern – außer vielleicht dem eindimensionalen Klischee-Soldaten Benno Fürmann – und einer Auflösung, die in anderen "Tatorten" ziemlich undenkbar wäre.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige