Zeitschriften-Werbemarkt dreht ins Minus

Erst zum zweiten Mal in diesem Jahr setzten die deutschen Publikumszeitschriften in einem Monat weniger Geld mit Anzeigen um als im entsprechenden Vorjahresmonat. Auf einen Brutto-Umsatz von 339 Mio. Euro kamen sie im Oktober laut Nielsen - ein Jahr zuvor waren es noch 355 Mio. Im Gesamtjahr sieht es noch positiv aus: mit 2,892 Mrd. Euro gegenüber 2,836 Mrd. Umsatzstärkster Titel bleibt der stern, der seinen Vorsprung auf die Bild am Sonntag noch ausbaut.

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Auf einen Brutto-Umsatz von 117,41 Mio. Euro kam der stern in den ersten zehn Monaten des Jahres – gegenüber dem Zeitraum Januar bis September blieb das Plus gegenüber 2010 bei überdurchschnittlich guten 2,3%. Die Bild am Sonntag schwenkte dahinter hingegen ins Minus: Zwar liegt man nur 0,02 Mio. Euro unter dem Vorjahr, nach dem September lag man aber noch über den 2010er-Zahlen. Auch die Titel auf den Rängen 3 bis 5, Spiegel, Focus und Brigitte, liegen unter dem Vorjahr. Vor allem der Spiegel sackte dabei gegenüber dem September deutlich nach unten.

Während das Verhältnis zwischen Gewinnern und Verlierern insgesamt mit 227 zu 199 allmählich recht ausgeglichen ist, überwiegen an der Spitze des Rankings noch die Magazine, die sich gegenüber 2010 verbessern konnten. Neben den vier Verlierern BamS, Spiegel, Focus und Brigitte gibt es auf den ersten 25 Plätzen nämlich nur vier weitere Absteiger: die Bunte, TV Movie, Sport Bild und Cosmopolitan. Besonders deutlich zulegen konnten hingegen Vogue (+21,4%), TV 14 (+16,2%), Elle (+14,0%) und Glamour (+13,4%).

In der zweiten Hälfte der Top 50 gibt es sogar nur sieben Verlierer gegenüber 17 Gewinnern und einem Neuling (Grazia). Nach unten ging es für die Hörzu, tina, die Apotheken Umschau A, die Superillu, myself, Lisa und Focus Money. Größte Aufsteiger auf den Rängen 26 bis 50 sind gegenüber 2010 das Zeitmagazin (+19,0%), Schöner Wohnen (+13,6%), das SZ-Magazin (+10,5%) und das Supplement prisma Gesamt West (+10,2%).

Größter Verlierer des bisherigen Jahres bleibt Springers Sport Bild, die im Jahr nach der Fußball-WM 4,40 Mio. Euro brutto weniger mit Werbung umsetzte. Mehr als 2 Mio. unter dem Vorjahr liegen Bunte, Brigitte, Focus und Spiegel.

Besonders deutlich zulegen konnte vor allem eine Reihe von Frauen-Titeln. Neben der Vogue auf Platz 1 des Aufsteiger-Rankings sind das vor allem Glamour, Gala, Elle und InStyle. Mit Auto Bild und auto motor und sport sind aber auch zwei eher Männer-affine Titel in der Top Ten vertreten.

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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