Der Kampf der Philosophen-Hefte

Seit dieser Woche treten gleich zwei neue Magazine den Kampf am Kiosk an: Das Philosophie Magazin und Hohe Luft - Philosophie-Magazin. Die Macher hatten im Vorfeld über eine Kooperation gesprochen, daraus wurde dann aber nichts. Nun müssen sich beide Titel - natürlich gewaltfrei - im Kampf um Aufmerksamkeit bewähren. Der eine erscheint monatlich (Philosophie Magazin), der andere ab 2012 zweimonatlich (Hohe Luft). MEEDIA hat sich die Erstausgaben angeschaut - und macht den Vergleichstest.

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Titelgeschichte:
Philosophie Magazin (PM) – Warum haben wir Kinder? Auf der Suche nach guten Gründen.
Hohe Luft (HL) – Du sollst nicht lügen! Aber warum eigentlich nicht?

Preis:
PM – 5,90 Euro
HL – 8 Euro

Promi auf der letzten Seite:
PM – Christoph Maria Herbst (Fragebogen)
HL – Christiane Paul ("Was ist Tugend?")

Bank als Anzeigenkunde:
PM – Volksbanken Raiffeisenbanken ("Werte schaffen Werte")
HL – Hypo Vereinsbank ("Wir sind für Sie da")

Starphilosoph im Blatt:
PM – Axel Honneth ("Recht der Freiheit")
HL – Robert Pfaller ("Wofür es sich zu leben lohnt")

Alter Grieche im Blatt:
PM – Aristoteles
HL – Sokrates

Letzter Satz aus dem Editorial:
PM – "Philosophieren braucht vor allem Mut. Den Mut zum Neuen!" (Wolfram Eilenberger)
HL – "Philosophie lebt von der Kritik." (Thomas Vasek)

Die Redaktion sitzt in:
PM – Berlin
HL – Hamburg

Gewinnspiel-Preis:
PM – Kein Spiel, kein Preis
HL – Leserumfrage mit einem Samsung Galaxy Tab als Preis, Gewinnspiel mit einem Koffer "Rimowa Salsa Multiwheel" als Preis

Seitenzahl:
PM – 100 Seiten
HL – 100 Seiten

Doktortitel im Impressum:
PM – 11
HL – 1

Schwieriger Satz:
PM – Peter Singer (zu Julian Assange): "Wogegen du dich da richtest, ist nicht so sehr der Konsequenzialismus als vielmehr der Ansatz, eine Begründungskette auf einem hypothetischen Fall aufzubauen und dann aus ihr zu extrapolieren, um allgemeinere Schlüsse zu ziehen."
HL – "Nach dem psychologischen Kriterium wäre es sogar denkbar, mit zwei verschiedenen zukünftigen Personen identisch zu sein."

Einfacher Satz:
PM – Dieter Thomä: "Die sogenannte Doppelbelastung ist ja längst auch über die Männer hereingebrochen, die, wenn sie nach Hause kommen, nicht mehr sagen können: ‚Frau, mach mal eine Dose Bier auf‘, sondern erst einmal ein schreiendes Bündel in die Hand gedrückt kriegen."
HL – Robert Pfaller: "Ein Bier kennzeichnet den Feierabend im Kontrast zum Berufsalltag."

Empfohlenes Buch:
PM – Martin Seel, Tango morale
HL – Ronald Dworkin, Justice for Hedgehogs (Gerechtigkeit für Igel)

An welche Zeitschrift erinnert das Cover?
PM – Kreuzung aus Guter Rat und Literaturen
HL – Brand Eins

Unbequemes Plädoyer:
PM – "Du sollst nicht zeugen! Kinderlosigkeit ist die Nächstenliebe unserer Zeit." (Eilenberger)
HL – "Unsere Kultur hat ein Problem mit dem Genuss. Insbesondere mit dem Genuss des anderen" (Pfaller)

Kolumnisten:
PM – u.a. Gert Scobel, Florian Henkel von Donnersmarck, Juli Zeh
HL – keine Kolumnisten

Ausreißer:
PM – Blogger Airen schreibt über Lucha Libre, einen mexikanischen Showkampf zwischen Gut und Böse
HL – Bildstrecke mit Porträtfotos von Sigrid Reinichs

Auf der Seite 35 im Heft namentlich genannte Philosophen:
PM – Michael J. Sandel, Dieter Thomä, Platon, Friedrich Nietzsche, Jacques Derrida, Peter Sloterdijk
HL – Platon, Immanuel Kant, Blaise Pascal, Baruch de Spinoza, William James   

Ein Satz zur Finanzkrise:
PM – Axel Honneth: "Es gilt, das vollkommen deregulierte Finanzkapital gemeinschaftlich zu entmachten."
HL – Herfried Münkler: "Die Entschlusskraft ist der politischen Klasse der westlichen Länder in zunehmendem Maße abhandengekommen, weil sie sich immer mehr auf Vorstellungen der politischen Technokratie eingelassen haben."

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