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Lustlose Journalisten nerven Pressestellen

Machen soziale Medien Journalisten überflüssig? Laut des neuen PR-Trendmonitors der dpa-Tochter news aktuell ist jede zehnte Pressestelle überzeugt, dass Redaktionen für die eigene PR „nicht mehr zwingend notwendig“ sind. Jede Dritte klagt zudem über „desinteressierte Journalisten“, die den Arbeitsalltag erschweren. Und: 39 Prozent aller Unternehmenssprecher sind davon überzeugt, dass Google+ in naher Zukunft genauso wichtig oder sogar noch wichtiger sein wird als Facebook.

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Trotz, oder gerade deswegen, hält die Hälfte der PR-Verantwortlichen Social Media auch in 2012 immer noch für das Trendthema Nummer eins in der Medienbranche. PR-Verantwortliche kleinerer Unternehmen sind davon ebenso überzeugt wie Pressesprecher großer Firmen – allen voran die Vertreter aus Handel und Dienstleistung (Handel: 61 Prozent, Dienstleistung: 55 Prozent).
Auch das Thema „Pressearbeit 2.0“ steht für Kommunikatoren ganz oben auf der Agenda. In dem Mix aus klassischen PR-Instrumenten und Social Media sieht die Hälfte aller befragten Pressesprecher und Agenturmitarbeiter im kommenden Jahr immer noch große Herausforderungen auf die Branche zukommen. Auch PR-Schaffende aus Verwaltung und Verbänden wollen sich dem künftig widmen (57 Prozent).
Und noch etwas scheint für jeden dritten Kommunikationsprofi klar: Social Media allein reicht nicht aus, um in 2012 erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Rund jeder dritte PR-Fachmann erwartet, dass „Storytelling“ im nächsten Jahr stark in den Fokus rücken wird. Auf Platz vier und fünf der Trendthemen stehen „Mobile PR“ und „Apps“.
Auch wenn manch PR-Verantwortlicher sich an den Arbeitsmethoden von Journalisten stört, bleibt die schreibende Zunft unverzichtbar. Wenn es um Presseinformationen geht, ist der Redakteur für die Mehrheit aller Unternehmenssprecher und Agentur-Mitarbeiter immer noch die erste Ansprechperson (Pressestellen: 57 Prozent, PR-Agenturen: 68 Prozent).
Trotzdem hat der Einsatz von Facebook, Twitter und Co. in der PR die Zusammenarbeit zwischen Redaktionen und PR-Fachleuten verändert. So ist rund jeder sechste Agenturmitarbeiter und jeder zehnte Pressesprecher begeistert: das Miteinander ist seitdem „besser geworden“ (16 Prozent). Gleichzeitig beklagt gut jeder zehnte, dass der Einsatz von Social Media die Arbeit mit Redakteuren „unpersönlicher“ gemacht hat.
Neben „desinteressierten Journalisten“ nerven PR-Fachkräfte „Sprechblasen“ und „heiße Luft“ an ihrem Job am meisten. Jeder dritte PR-Mitarbeiter ist zudem gestresst von lästiger Verteilerpflege und gut jeder vierte will laut Umfrage vom Social Media Hype nichts mehr wissen.
Laut dem PR-Trendmonitor ist die Stimmung in der Branche dennoch gut. Mehr als jede dritte PR-Agentur (36 Prozent) und knapp jede vierte Pressestelle (23 Prozent) rechnen für 2012 mit Honorar- bzw. Budgetzuwächsen von bis zu zehn Prozent gegenüber 2011.
Für die Studie befragte news aktuell 2.570 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen und Pressestellen verschiedener Unternehmen.

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