Guttenberg & Jackson wie Blei im Regal

Der Oktober war für eine Reihe von Print-Titeln ein schwieriger Monat. Wie die aktuellen Heftauflagen der IVW zeigen, sind u.a. die Bild am Sonntag und die Bravo am Kiosk auf Jahres-Minusrekorde gefallen, die Zeit auf das zweitschwächste Ergebnis 2011. Bei der BamS passierte das mit dem Titel "Guttenberg-Drama wird verfilmt", bei der Bravo ausgerechnet mit Michael Jackson. Große Kiosk-Erfolge gab es in der aktuellen Heftauflagen-Erhebung nur bei auto motor und sport.

Anzeige

Wie immer beschäftigen wir uns in der Rubrik der Kiosk-Hits und -Flops mit den aktuellen Heftauflagen der IVW – und dort insbesondere um die Einzelverkaufszahlen an Kiosk & Co. Denn genau diese zeigen am besten, mit welchen Titelthemen die Magazine Erfolg – oder Misserfolg haben. In dieser Woche kümmern wir uns zudem gleich um zwei Heftauflagen-Wochen, da unsere Rubrik in der vorigen Woche aus Krankheitsgründen ausfallen musste. Beginnen wir mit dem einen Kiosk-Hit der Woche(n):

– auto motor und sport mit bester Ausgabe seit fast zwei Jahren
Das 14-tägliche Automagazin erreichte mit Heft 22/2011 am Kiosk eine Verkaufszahl von 128.003 – und damit das beste Ergebnis seit Ausgabe 2/2010. Der Grund dafür dürfte weniger das Titelthema "So sparsam wie noch nie – Audi Af + A3" gewesen sein, sondern wohl eher der große Teaser "Leserwahl – Die besten Autos – Gewinnen Sie Traumwagen im Wert von rund 350.000 Euro".

Flops – also Minusrekorde und Fast-Minusrekorde gibt es diesmal deutlich mehr:

– Bild am Sonntag zweimal hintereinander überaus schwach
Die Ausgabe 41/2011 der BamS – Titelthema "Guttenberg-Drama wird verfilmt" – haben wir bereits erwähnt. Sie war mit 1.366.065 Einzelverkäufen die schlechteste BamS des bisherigen Jahres. Nur eine Woche später gab es das zweitschwächste Ergebnis 2011: Mit den "besten Renten-Tipps von A-Z" gab es 1.388.050 Einzelverkäufe. Zum Vergleich: Der Jahresdurchschnitt liegt derzeit bei 1.469.493.

– Ausgerechnet Michael Jackson beschert Bravo Tiefstwert
Wohl über kaum einen Popstar hat die Bravo in ihren Jahrzehnten so viel berichtet wie über Michael Jackson. Und ausgerechnet er hat dem Blatt nun einen Alltime-Minusrekord beschert. Mindestens seit dem Start der IVW-Heftauflagenmessung Mitte der 1990er-Jahre gab es keine Bravo, die so sehr wie Blei in den Regalen lag wie Heft 41/2011 mit der "Geheimakte Michael Jackson". Nur 278.571 Einzelverkäufe gab es.

– Genies interessieren Zeit-Leser kaum
Die passend zum Tod von Steve Jobs veröffentlichte Titel-Geschichte "10 Genies, die unser Leben verändert haben" ließ die potenziellen Zeit-Käufer recht kalt. Nur 101.546 mal ging Ausgabe 42/2011 über die Ladentresen – so selten wie nur eine andere Zeit-Ausgabe des bisherigen Jahres.

– Computer Bild so schwach wie nie zuvor
Einen Alltime-Minusrekord gab es bei Springers Computer Bild. Nur drei Hefte nach der erfolgreichen Geburtstags-Ausgabe fiel das Magazin auf 337.406 Kiosk-Verkäufe und damit auf so wenige wie nie seit der Computer-Bild-Gründung.

– Auch Sport Bild und kicker bleiben in den Regalen liegen
Nicht viel besser erging es einigen Ausgaben der Sportzeitschriften Sport Bild und kicker. So war der Donnerstags-kicker 81/2011 das zweitschwächste Heft 2011, Springers Sport Bild erreichte mit Heft 40 das drittschlechteste und mit Nummer 41 das zweitschlechteste Ergebnis des bisherigen Jahres. Ein Grund könnte die in dem Zeitraum stattgefundene Länderspielpause gewesen sein, die das Interesse an Club-Fußball-News meist etwas bremst.

– Super Illu nur noch mit DVDs stark
Burdas Super Illu schliddert immer mehr in eine Auflagenkrise hinein. Die 14 am Kiosk erfolglosesten Ausgaben seit Mitte der 1990er-Jahre stammen allesamt aus dem Jahr 2011, Heft 42/2011 mit dem Titel "Exklusiv-Interview: Steffi Graf privat" war nun mit 187.275 Einzelverkäufen der größte Flop. Erfolgreich ist das Blatt fast nur noch, wenn es DVDs mit Film- und Kinderfilm-Klassikern beilegt. Dan verdoppelt sich die Auflage sogar fast.

– Wöchentliche Programmies haben es weiter schwer
Während die meisten TV-Programmzeitschriften in ihrem kleinen herbstlichen Zwischenhoch angekommen sind, ging es drei Titeln mit ihren Ausgaben 42 schlecht: Bildwoche und TV klar fielen auf das schlechteste Kiosk-Ergebnis seit mindestens Mitte der 1990er Jahre, TV Neu auf das zweitschlechteste.

– Schwache Zahlen für Frauenzeitschriften
Vier Frauentitel fielen ebenfalls auf Minusrekorde, bzw. Fast-Minusrekorde: Frau im Trend und Frau von heute verkauften sich mit den Ausgaben 41 am Kiosk so schlecht wie nie in diesem Jahr, Frau von heute dabei sogar so schlecht wie nie zuvor. Mini und Freundin erreichten mit den Heften 42 bzw. 22 die zweitschlechtesten Einzelverkaufs-Ergebnisse des bisherigen Jahres.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige