MDR: neue Stabstelle soll Missstände aufdecken

Wie reagieren Politiker und Intendanten auf kritische Berichte? Sie richten erst einmal eine Kommission ein. Nach diesem bewährten Muster handelt nun auch die neue MDR-Intendantin Karola Wille. Nachdem die vom Mitteldeutschen Rundfunk eingesetzte Untersuchungskommission für die internen Betrugs- und Korruptionsdelikten nun ihren umfangreichen Bericht vorgelegt hat, entschied sich die neue Chefin dazu, eine spezielle Stabsstelle einzurichten.

Anzeige

Der Untersuchungsbericht brachte eine Vielzahl weiterer Ungereimtheiten innerhalb des öffentlich-rechtlichen Senders zutage. Nach einem Bericht der Bild soll in dem Papier von 15 weiteren möglichen Straftaten die Rede sein.

Um sowohl die aufgedeckten Fälle zu bearbeiten und bessere Sicherheitsmechanismen aufzubauen, empfahlen die externen Ermittler die Einrichtung einer senderinternen Task Force. Der Verwaltungsrat und Wille entschieden nun, statt dieser schnellen Eingreiftruppe lieber eine temporäre Stabsstelle zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen zu schaffen. Wann dies genau erfolgen werde, konnte MDR-Sprecherin Susanne Odenthal gegenüber der Thüringer Allgemeine noch nicht sagen. Sie sprach jedoch von "zeitnah".

Zudem sprach der Verwaltungsrats-Chef Gerd Schuchardt Wille noch einmal sein Vertrauen aus: "Ich bin mir sicher: Karola Wille will, kann und wird es schaffen, den MDR aus stürmischer See wieder in ruhige und sichere Fahrwasser zu bringen."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige