iPad: Muss Apple die Preise senken?

Es ging dann doch schneller als gedacht: Apple nach Steve Jobs – es knirscht. Zwar kann angesichts zweistelliger Wachstumsraten kaum von einer Krise beim zweitwertvollsten Technologiekonzern der Welt gesprochen werden. Doch die versteckten Rückschläge häufen sich in ungewohnter Form. Nach den Spekulationen um iPhone-Produktionskürzungen sorgt sich nun die renommierteste Adresse der Wall Street um die Zukunft des Wachstumstreibers iPad. Ist der Boom nach nicht mal zwei Jahren schon wieder vorbei?

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Es ging dann doch schneller als gedacht: Apple nach Steve Jobs – es knirscht. Zwar kann angesichts zweistelliger Wachstumsraten kaum von einer Krise beim zweitwertvollsten Technologiekonzern der Welt gesprochen werden. Doch die versteckten Rückschläge häufen sich in ungewohnter Form. Nach den Spekulationen um iPhone-Produktionskürzungen sorgt sich nun die renommierteste Adresse der Wall Street um die Zukunft des Wachstumstreibers iPad. Ist der Boom nach nicht mal zwei Jahren schon wieder vorbei?

Es ist sehr, sehr einfach geworden, skeptisch über Apple zu urteilen in diesen Tagen. Steve Jobs ist verstorben. Das iPhone 4S war nicht der erhoffte Erfolgsbringer. Die letzten Quartalszahlen enttäuschten. Der Smartphone-Thron ging an Samsung verloren. Gerüchte von Produktionskürzungen beim iPhone machen die Runde. Konkurrenten verklagen Apple wegen Patentrechtsverletzungen. Amazon launcht heute mit  dem Kindle Fire den ersten ernstzunehmenden iPad-Killer. Die Aktie taumelt und hinkt dem Markt seit Wochen hinterher.

Einiges hat sich in Cupertino in bemerkenswert kurzer Zeit zusammengebraut. Neues Wasser auf die Mühlen der Skeptiker schüttet nun ausgerechnet die renommierteste Adresse der Wall Street. Goldman Sachs-Analyst Bill Shope knöpfte sich den jüngsten Wachstumstreiber in Apples Erfolggeschichte vor – das iPad. Schon Ende September gab es Gerüchte über Produktionskürzungen in China, deren Wirklichkeitsgehalt sich nie klar aufklären ließ.      

Goldman: iPad-Nachfrage steht vor einer Herausforderung

Nun will Shope tatächlich eine fallende Nachfrage ausgemacht haben: "Wir glauben, es ist offensichtlich, dass die Nachfrage nach dem iPad kurzfristig vor einigen Herausforderungen steht", schrieb Shape gestern an Kunden der US-Investmentbank.

Das iPad wird nicht zuletzt zum Opfer des eigenen Erfolgs: Kein anderes Produkt in der Geschichte der Technologiebranche verkaufte sich vom Start weg so gut wie das Apple-Tablet. Bis heute wurden fast 40 Millionen Geräte verkauft – und das in nur sechs Quartalen. Das iPhone oder der iPod hatten weitaus größere Anlaufschwierigkeiten.  

"Preiskürzungen sind überfällig"

Nun aber könnte sich eine gewisse Sättigung eingestellt haben, während neue Konkurrenten wie Amazon Apple an seiner empfindlichsten Stelle angreifen: am Preis. Der in den USA heute erscheinende Kindle Fire ist um mehr als die Hälfte billiger als das günstigste iPad. Zeit für Apple, an der Preisschraube zu drehen, meint Shope – und zwar nach unten.

"Preiskürzungen sind überfällig", erklärt der Goldman-Analyst. "Ein iPad 2 unter 400 Dollar könnte die Wachstumsaussichten von Android-Tablets 2012 in Schach halten und Apples Momentum in Emerging Markets-Nationen wie China weiter befeuern." Das ist jedoch Zukunftsmusik. Aktuell belasten Apple weiter die Sorgen um das Weihnachtsquartal. Auch gestern verlor die Apple-Aktie weiter an Wert und schloss erneut schwächer als der Markt. 

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