Kirch-Prozess: Razzia bei Ackermann

Heute sollte Verlegerin Friede Springer im Kirch-Prozess vor dem OLG München aussagen. Doch es kam nicht dazu. Ihre Vernehmung fiel aus, weil die Deutsche Bank einen Befangenheitsantrag gegen die Richter einreichte. Hintergrund für den Antrag ist laut Handelsblatt, dass die Staatsanwaltschaft am Donnerstag die Büros und einige Privatwohnungen von Deutsche-Bank-Managern durchsuchen ließ. Die Ankläger wollen so prüfen, ob CEO Josef Ackermann bei seiner Aussage gelogen haben könnte.

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Vor zwei Wochen erst hatten der Deutsche-Bank-Chef Ackermann, der Aufsichtsratschef des Geldinstitutes Clemens Börsig und zwei weitere Manager ihre Aussagen gemacht. Offenbar hegt die Staatsanwaltschaft jedoch erhebliche Zweifel. Wie das Handelsblatt exklusiv vermeldet, wurden daraufhin die Büros und zum Teil auch Privatwohnungen von Börsig, Ackermann und dem früheren Bankchef Rolf Breuer durchsucht. Aktiv wurden die Ermittlungsbehörden wegen des Verdachts des versuchten Prozessbetruges.

Der Befangenheitsantrag basiert auf der Vermutung, dass es möglicherweise einen gezielten Austausch zwischen Gericht und Staatsanwaltschaft gegeben haben könnte. Das meinen zumindest die Anwälte der Deutschen Bank aus einer Akteneinsicht herauslesen zu können.

In dem langwierigen Streit zwischen dem mittlerweile verstorbenen Leo Kirch und dem ehemaligen Deutsche-Bank-Chef Breuer geht es um ein Interview, das Breuer im Februar 2002 gab und in dem er die Kreditwürdigkeit Kirchs anzweifelte. Nach Auffassung von Kirch habe dies die Pleite seines Medienunternehmens ausgelöst.

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