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„Gute Quoten sind Bonus, keine Vorgabe“

In Straßburg ist man zuversichtlich: Arte ist unverzichtbarer denn je für das europäische Kulturverständnis und konnte seine Position als Qualitätsgarant in diesem Jahr ausbauen. Das versicherte Arte-Präsidentin Veronique Cayla auf der Jahrespressekonferenz in Hamburg. Ins kommende Jahr will der Sender mit mehr Struktur, mehr Dokumentationen und mehr Kultur für Europa starten. Die Vorwürfe der Quoten-Offensive wies man energisch zurück.

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"Wir wollen weiterhin der Sender der Autoren sein, der Künstler und Denker zu Wort kommen lässt", erklärte Arte-Präsidentin Véronique Cayla. Mit dieser Devise scheint die neue Senderchefin vieles richtig gemacht zu haben. Reportagen werden weiterhin einen hohen Stellenwert haben. Das Web-TV-Angebot konnte mit Arte+7 eine Million Pageviews im Oktober generieren. Vier Millionen Videos sind bereits in diesem Jahr abgerufen worden. Der Marktanteil konnte mit 0,8 Prozent am Tag gehalten werden.

"Kein deutscher Produktionskanal, sondern ein europäischer Kulturkanal"
Abseits der Programmpräsentation mussten sich die Senderverantwortlichen dem Vorwurf der Quoten-Offensive, der durch die Berichterstattung von Spiegel Online am Wochenende neuen Drive bekam, stellen. Der Hintergrund: Spiegel Online zitierte aus internen Dokumenten unter anderem, dass der Musikinhalt bei Dokumentationen künftig bei 50 Prozent liegen solle. "Aus dem Zusammhang gerissen", konterte Programmchef Christoph Hauser. "Gute Quoten sind für uns ein Bonus, keine redaktionelle Vorgabe", sagte Cayla.

Es handele sich um einen Halbsatz aus einem für für interne Zwecke formulierten Leitfaden, der lediglich den Anteil von Musik in Musikdokumentationen festlege. Der Vorwurf der Dokumentarfilmer, genauer des Dokumentarfilmerverbands AG DOK: Arte setze vermehrt auf Quote und populäre Formate, der Dokumentarfilm habe das Nachsehen. Das knappe Statement von Arte-Vizepräsident Gottfried Langenstein: "Wir sind keine Sparkasse." Generell lege man darauf Wert, nicht ein deutscher Produktionskanal, sondern ein europäischer Kulturkanal zu sein.

Klares Programmschema für 2012
Diesem Anspruch will der Sender mit einem neuen Programmschema gerecht werden: 2012 möchte man vor allem das Tagesprogramm stärken. 53 Prozent der Inhalte werden bereits in High Definition ausgestrahlt. Mit einem neuen, klar strukturierten Programmschema will der Sender seine Rolle als Kulturvermittler stärken.

Den Montag lanciert Arte als Kinotag. Nach eigenen Angaben erwarten den Zuschauer "Meisterwerke der Filmgeschichte, moderne Klassiker und Filme aller Genres des Weltkinos".

Der Dienstag steht im Fokus der geopolitischen Analyse. Autoren gehen mit investigativen Dokumentarfilmen aktuellen politischen und wirtschaftlichen Fragen auf den Grund. Ergänzt wird das aktuelle Format um den Sendeplatz Geschichte, der große Themen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte es 19. und 20. Jahrhunderts analysiert.

Am Mittwoch sendet Arte große Autorenfilme und außergewöhnliche Dokumentationen. Zur Primetime zeigt der Sender aktuelle Kino- und Dokumentarfilme aus Europa und aller Welt, die sich durch künstlerische Originalität und Phantasie auszeichnen sollen. Ab 23 Uhr sendet Arte nach eigenen Angaben kaum bekannte Spielfilme, die sich durch "Experimentierfreudigkeit" auszeichnen.

Am Serien-Donnerstag bringt Arte die dritte Staffel von “Die Tudors” und im Anschluss die erste Staffel des dänischen Politdramas “Borgen”.
Der Freitag steht im Zeichen des Fernsehfilmes. Ab 20.15 Uhr erwartet den Zuschauer eine "Auslese der besten Fernsehfilme aus Deutschland und Frankreich", im Anschluss ein weiterer Fernsehfilm für das jüngere Publikum.

Das Wochenende lässt sich unter dem Motto "Mehr Europa am Samstag, mehr Kultur am Sonntag" zusammenfassen: Am Samstagnachmittag erwarten den Zuschauer ab 17.30 Uhr Nachrichten, Analysen und Reportagen aus Politik, Gesellschaft und Kultur. Den Auftakt macht das Kulturmagazin “Metropolis”. Im Anschluss moderieren Andrea Fies und William Irigoyen die “Arte Reportage”. Ab Januar 2012 moderiert Jürgen Biehle mit der vom ZDF gewechselten Nazan Gökdemir um 19.15 Uhr das “Arte Journal”.

Für den Sonntag verspricht Arte mehr Kultur. Der Tag beginnt mit philosophischen Gesprächen, am Nachmittag strahlt man drei Stunden lang Dokumentationen aus. Ab März soll der Themenschwerpunkt auf Design liegen.

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