Apple gegen Google: das nächste Duell

Google und Apple waren einmal Verbündete im Silicon Valley. Ihr gemeinsamer Feind: Microsoft. Doch das ist lange vorbei. Sie haben den jahrzehntelangen Platzhirsch der Techbranche abgehängt - und tragen jetzt ihren eigenen Krieg aus. Apple gegen Google ist heute ein härterer Konkurrenzkampf, als ihn Apple gegen die Windows-Übermacht je führte. Der Sprachassistent Siri ist nur ein Vorgeschmack auf das, was dem wertvollsten Internetkonzern der Welt bald blühen könnte.

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Google und Apple waren einmal Verbündete im Silicon Valley. Ihr gemeinsamer Feind: Microsoft. Doch das ist lange vorbei. Sie haben den jahrzehntelangen Platzhirsch der Techbranche abgehängt – und tragen jetzt ihren eigenen Krieg aus. Apple gegen Google ist heute ein härterer Konkurrenzkampf, als ihn Apple gegen die Windows-Übermacht je führte. Der Sprachassistent Siri ist nur ein Vorgeschmack auf das, was dem wertvollsten Internetkonzern der Welt bald blühen könnte.

Es klang wie der Fluch einer Hollywood-Saga – die berühmten letzte Worte von Steve Jobs in der Walter Isaacson-Biografie, gerichtet an Google: "Ich werde bis zum letzten Atemzug kämpfen und jeden Cent einsetzen, den wir auf der Bank haben, um dieses Unrecht ungeschehen zu machen", erklärte Jobs dem Biograph Walter Isaacson 2010. "Ich werde Android zerstören, denn es ist ein gestohlenes Produkt. Ich bin bereit, in den Nuklearkrieg dafür zu ziehen", wird Jobs in der Biografie zitiert. 

Der Nuklearkrieg ist zwar bislang ausgeblieben, doch es herrscht eine verdächtige Ruhe vor dem Kanonendonnern. Mit dem iPhone 4S hat Apple angedeutet, dass der Kultkonzern versuchen könnte, sich so weit von Google zu distanzieren wie möglich. Der persönliche Assistent Siri basiert auf der britischen Suchmaschine Wolfram Alpha – auf den Internet-Riesen wurde erstmals bei der Suche verzichtet.

Wann kommt Siri auf die nächsten Apple-Geräte?

Angesichts der 150 Millionen iPhones, die bislang verkauft worden sind, ist das eine Ansage. Zwar kann Siri bislang nur auf dem neuen iPhone-Modell 4S verwendet werden, doch alleine von dem dürften im Weihnachtsquartal mindestens 25 Millionen Stück abgesetzt werden.

Mehr noch: Der Transfer zu anderen Apple-Geräten scheint nicht sehr weit hergeholt: Warum sollten die nächsten iPod- und iPad-Generation nicht ebenfalls mit dem Spracherkennungsassisten ausgeliefert werden? Für den viel spekulierten Apple-Fernseher könnte Siri gar zum Killer-Feature werden.

Killt Apple die Google-Suche und Google Maps auf dem iPhone?

Grund genug für den langjährigen Google-CEO Eric Schmidt sich zum Thema zu äußern.  "Siri ist eine bedeutende Entwicklung. Apple hat damit einen völlig neuen Ansatz in der Suchtechnologie lanciert", erklärte der Chairman des wertvollsten Internetkonzerns der Welt – allerdings vor dem US-Senat, bei dem Google naturgemäß nicht als Monopolist erscheinen möchte. 

Doch bei Siri muss die neue Konfrontation der einstigen Verbündeten nicht aufhören. Es erscheint längst nicht mehr undenkbar, dass Apple die Textsuche auf dem iPhone, die seit 2007 via Google ausgeführt wird, zukünftig über eine Suchmaschine wie Microsofts Bing laufen lässt.

Und auch andere Google-Features könnten auf Apples beliebtem Smartphone bald zur Disposition stehen: So soll Apple längst an einem eigenen Kartendienst arbeiten, der Google Maps ablösen könnte. Vergangene Woche kursierten Spekulationen, Apple könnte bereits den schwedischen 3D-Kartendienstanbieter C3 Technologies übernommen haben. 

Apples neue Probleme

Dass eine Eskalation im Smartphone-Krieg bevorsteht, erscheint nur allzu absehbar. Google versucht es unterdessen mit Präventivschlägen – anders ist die Attacke auf das iPhone durch die Motorola-Klage kaum zu verstehen. Der wertvollste Internetkonzern der Welt hatte den schlingernden Mobilfunkhersteller erst im August für 13 Milliarden übernommen, um sich Zugriff auf wichtige Handy-Patente zu sichern.

Auch wenn Apple legal diesmal noch nicht unter Druck gesetzt werden konnte, verlief die vergangene Woche für den Konzern aus Cupertino überraschend holprig. Zuwiderlaufende Meldungen um Produktionskürzungen beim iPhone 4S im wichtigen Weihnachtsquartal und Prognosekürzungen von Analysten verunsicherten Aktionäre schwer. Die Apple-Aktie verlor vergangene Woche mehr als fünf Prozent an Wert.

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