Twitter muss Wikileaks-Helfer verraten

Twitter muss Daten zu den Konten von drei WikiLeaks-Unterstützern an das US-Justizministerium aushändigen. Das entschied ein Gericht im Bundesstaat Virginia und wies damit eine Berufung der Helfer ab, berichtet das IT-Portal Heise. Das US-Justizministerium will so herausfinden, wer für das Video Collateral Murder verantwortlich ist, das für weltweites Aufsehen sorgte. Insbesondere geht es um die IP-Adresse der Nutzer, zu denen eine Politikerin, ein Programmierer und ein Datenschutzaktivist gehören.

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Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Helfer bereits mit ihrer Anmeldung bei Twitter freiwillig ihre IP-Adressen hinterlassen und damit ihre Zustimmung zu einer weiteren Nutzung der Daten gegeben haben, schreibt Heise Online. Schon indem sie den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Kurznachrichtendiensts akzeptiert haben, sei die Herausgabe der Daten abgesichert.
Zu den Betroffenen gehören der US-amerikanische Programmierer Jacob Appelbaum (@ioerror), die isländische Parlamentsabgeordnete Birgitta Jonsdottir (@birgittaj) und der niederländische Datenschutzaktivist Rob Gongrijp (@rop_g). Sie sollen daran beteiligt gewesen sein, als das Video Collateral Murder Wikileaks zugespielt wurde. "Mit dieser Entscheidung sagt das Gericht allen Nutzern von Online-Diensten mit Sitz in den USA, dass die US-Regierung einen geheimen Zugang zu ihren Daten hat", kritisierte Jonsdottir.
Das US-Justizministerium verspricht sich durch den Gerichtsbeschluss, unter anderem sämtliche Details über die Twitter-Nutzung dieser Personen zu erhalten. Damit sollen die Richter in Virginia untersuchen, inwiefern die drei Betroffenen in Kontakt mit Wikileaks-Gründer Julian Assange und dem angeblichen Informanten Bradley Manning, der seit Monaten in Haft sitzt, standen.
Laut Heise Online ist es möglich, dass das Gericht von Virginia weitere Anbieter von Web-Diensten aufgefordert hat, Daten über ihre Nutzer herauszugeben. Diese könnten der Aufforderung stillschweigend nachgekommen sein, um den Schutz der geheimen Ermittlungen nicht zu gefährden.

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