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Facebook-Foto outet Staatschefs als Machos

Statt ausgewachsenem Bushido-Skandal beim Bambi blieb es bei einer wirren Rede und einem Skandälchen. Ebenfalls Skandälchen aufarbeiten muss das Netzwerk Recherche, das sich am 11.11. ausgerechnet in der Karnevals-Hochburg Köln zum wenig närrischen Showdown zusammenfindet. Alexander von Schönburg darf bei Bild wieder mehr schreiben und ein Facebook-Foto outet Nicolas Sarkozy und Silvio Berlusconi als Macho-Men. Wer hätte das bitte geahnt?

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Der ganz große Skandal mit Bushido beim Bambi ist dann ja doch ausgefallen. Es gab so ein bisschen verdruckste Kritik von Rosenstolz und dann ging es heiter weiter. Wesentlich deftiger ging es bei Twitter zu. Twitter-Nutzer DeRoadie schrieb: “+++ BREAKING NEWS +++ Burda startet mit Doppelspitze Baur-Bushido neuen Ableger ‘Focus Volltrash’” und ein gewisser wunderfitzig kommentierte: “Genialer Kommentar zur Dankesrede von Bushido: ‘Rhetorisch in der Tradition von Edmund Stoiber.’ :D” Auch Boris Becker äußerte sich via Twitter zum Bushido-Auftritt. Er vermisste die Schärfe: “Bushidos auftritt gestern bei BAMBI war etwas durcheinander … Er soll sich nur nicht zu sehr ANPASSEN.” “Durcheinander” ist noch freundlich formuliert für das zusammenhanglose Gebrabbel, das Bushido als Dankesrede vom Stapel gelassen hat. Spiegel-Autor Stefan Niggemeier hat sich die Mühe gemacht, den Wortschwall in seinem Blog zu protokollieren.

Dabei ist der eigentliche Bambi-Skandal gar nicht Bushido gewesen, sondern dass auf der After-Show-Party noch hemmungslos geraucht werden durfte! Überall waren riesige Aschenbecher aufgestellt und es wurde gequarzt, was der Teerbelag auf der Lunge hergab. Vielleicht eine Reminiszenz an die “gute alte Zeit”?

Nicolas Sarkozy und Silvio Berlusconi sind die Stars auf einem Foto, das bei Facebook Karriere macht. Das Bild soll vom G20-Gipfel in Toronto stammen und zeigt den kanadischen Premierminister Stephen Harper, US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und Italiens Silvio Berlusconi. Während eine Assistentin irgendwas am Fuß des kanadischen Premiers richtet, gaffen Sarko und Bunga-Bunga-Silvio der Frau ungeniert aufs Hinterteil. Während Barack Obama kritisch in die Ferne blickt und der Kanadier an seinem Schlips nestelt. Ob hier Foto-Faker am Werk waren oder nur der Bildausschnitt geschickt gewählt wurde – man weiß es nicht. Aber das Bild wurde innerhalb kürzester Zeit bei Facebook tausendfach herumgereicht. Über 126.000 Personen drückten den “Gefällt mir”-Button, der Link zum Bild wurde fast 67.000 geteilt und es wurden unter dem Foto über 10.000 Kommentare verfasst. Irre.

Alexander von Schönburg will wieder mehr Zeit zum Schreiben haben, heißt es bei Springer. Darum kümmere er sich nicht mehr so intensiv um das operative Tagesgeschäft auf der letzten Seite der Bild-Zeitung. Das übernimmt nun Alexandra Würzbach. Im Prinzip bleibe aber alles beim Alten. Von Schönburg bleibt also als Ressortleiter für die letzte Seite. So steht es im Impressum. Nur, dass er jetzt halt auch wieder mehr schreiben darf. Gut, dass wir das geklärt haben.

Was könnte es für einen besseren Termin für die Schicksals-Sitzung des Netzwerks Recherche geben als den 11.11.2011!? Ausgerechnet in der Karnevals-Hochburg Köln lädt der von Skandälchen gebeutelte Investigativ-Journalisten-Club zum Showdown. Allerdings wurde der Sitzungsbeginn aus schwer nachvollziehbaren Gründen nicht auf 11.11 Uhr gelegt, sondern auf langweilige 18 Uhr. Kleiner Tipp: 18.11 Uhr wäre viel lustiger gewesen! Dass der wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten geschasste Ex-Vorstand Thomas Leif aus der Fastnachts-Metropole Mainz kommt, wird ihm in Köln wohl auch nicht unbedingt als Vorteil ausgelegt. Fraglich ist, ob Leif überhaupt auftaucht. Man stelle sich aber mal vor, wie der aktuelle Vorstand Hans Leyendecker mit Narrenkappe auf einer Bühne thront und in die Runde fragt: “Da drauße steht eener aus Meenz! Der hat nen Koffer voller Geld und einen Haufen handschriftlich geänderte Belege! Wolle mehr den roilosse?” Ist aber natürlich nur ein karnevalistischer Tagtraum …

A propos: Wie Köln heute, am 11.11., so drauf ist, entnehmen wir dieser Werbung eines dort ansässigen Opel-Autohauses (gesehen bei Express.de):

Narhallamarsch und ab ins Wochenende!

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