Protestwelle gegen Bushido-Bambi

Die Ankündigung von Hubert Burda Media, dem Rap-Musiker Bushido ein Bambi in der Kategorie Integration zu verleihen, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Der Lesben- und Schwulenverband, die hessische SPD, die Grünen, sowie die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes protestieren wegen Bushidos diskriminierenden Texten. Im Internet häufen sich Protestaufrufe. Auch Burdas Bunte befand sich noch vor gar nicht langer Zeit in rechtlichen Auseinandersetzungen mit Bushido.

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Bei Twitter gibt es bereits Aufrufe, Bushido bei der Preisverleihung den Applaus zu versagen. Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, der auch im Saal sein wird, sagte dem Hessischen Rundfunk: "Bei mir wird sich keine Hand rühren."
Es könnte ein heißer Donnerstagabend werden für die Organisatoren des Burda-Medienpreises Bambi. Die Facebook-Gruppe “Kein Bambi für Bushido” ist in kürzester Zeit auf über 3.000 Mitglieder gewachsen. Auch bei Twitter wird das Thema heiß diskutiert. Die schwule Facebook-Gruppe “Warmes Wiesbaden” ruft sogar explizit zum Protest gegen den Bushido-Bambi auf. Zitat: “Wir treffen uns um 18.00 Uhr vor dem Museum gegenüber der Rhein-Main-Hallen um gegen die Verleihung des Bambis an Bushido zu protestieren. Plakate, Flüstertüten, Stimme mitbringen! Bitte alle teilen und einladen!”

Auf Facebook werden auch Namen und Kontakt-Mailadressen von Burda-Pressesprechern veröffentlicht, verbunden mit dem Aufruf, sich zu beschweren. Einige Nutzer haben bereits ihre Protest-E-Mails bei Facebook veröffentlicht. Laut Burda seien bis zum Donnerstag Vormittag rund 40 Beschwerde-Mails eingegangen und es habe Kommentare auf den Facebook-Seiten gegeben. Auch Bushido selbst äußerte sich via Twitter zur Aufregung um seine Bambi-Ehrung. Zitat: "Die Grünen und der LSVD regen sich darüber auf, dass ich den Bambi bekomme… Wie erbärmlich… Kümmert euch mal…"

Die Kritik entzündet sich an den massiv frauen- und schwulenfeindlichen sowie gewaltverherrlichenden Texten, mit denen Bushido bekannt wurde. Mittlerweile gibt sich der Rapper geläutert. Burda erklärte zur Begründung des Integrations-Bambis: “Bushido setzt sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft.” Zur Kritik an dem Preis für den Rapper hieß es in einer Burda-Stellungnahme: "Musik ist eine Kunstform, der bewusste Tabubruch ein Stilmittel des Raps."

Dabei sind gerade Burdas Bunte, die die Bambi-Verleihung federführend ausrichtet, und Bushido nicht immer allerbeste Freunde gewesen. Bushido hat das Peoplemagazin wegen der Berichterstattung über sich und seine Lebensgefährtin Anna-Maria Lagerblom (das ist die Schwester von Sarah Connor und Ex-Freundin von Integrations-Bambi-Preisträger Mesut Özil) verklagt. Obwohl Bushido die Beziehung nicht bestritt, setzte er gerichtlich eine Gegendarstellung durch. Die Gegendarstellung wurde auf Bunte.de veröffentlicht. Die gedruckte Bunte bezeichnete Bushido nach dem Rechtsstreit in der Rubrik “Menschen von gestern” aus Heft 26/2011 dann als “Gar-Nix-Checker. Zitat: “Die Proll-Sprache seiner Texte ist im Alltag kostenpflichtig.” Jetzt hält man die "Proll-Sprache" für preiswürdig. So schnell kann das gehen.

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