Poker: zehn Fakten zum Spiel mit dem Glück

Pius Heinz hat Pokergeschichte geschrieben: Als erster Deutscher gewann er ein Main-Event. Damit ist der 22-Jährige Ex-Student um 6,3 Millionen Euro reicher. Wie viele andere Turniersieger begann seine Karriere im Online-Poker. Die Branche verspricht sich von dem jungen Hoffnungsträger einen neuen Poker-Boom. Seit Jahren ist Poker ein Trend, der immer mehr Menschen in seinen Bann zieht. MEEDIA hat die wichtigsten Fakten zum Spiel mit dem Glück zusammengetragen.

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Was war so besonders am Sieg von Pius Heinz?
Der 22-Jährige geht mit einer Siegprämie von 6,3 Millionen Euro nach Hause. Außerdem hat mit Heinz das erste Mal in der Geschichte des Profi-Pokers ein Deutscher das Main-Event gewonnen. Mindestens genauso ungewöhnlich war das Blatt, mit dem er die Finalrunde gewann: Ass und König – nicht nur wegen der Anfangsbuchstaben “Anna Kournikova” genannt. Denn in Pokerkreisen gilt das Blatt als schön, aber eben nicht erfolgreich. Es ist das erste Mal, dass ein Main-Event mit diesem Kartenpärchen gewonnen wurde.

Welche Rolle spielt Online-Poker?

Heinz ist einer der Vertreter einer neuen Poker-Ära: jung, aber erfahren. Wie viele andere Profi-Pokerspieler hat auch er seine Karriere mit Online-Poker begonnen. Seit dem Beginn des Pokerbooms 2003 gilt das Pokern übers Web als Milliardenbusiness. Bei allen Anbietern kann sowohl mit Spielgeld als auch mit richtigem Geld gespielt werden. Professionelle Pokerspieler nutzen oft die Möglichkeit, an mehreren Tischen zu spielen. Seit dem Boom des Online-Pokers steht das Spiel in der Kritik. Während der Bund Online-Poker verbieten will, erlaubte Schleswig-Holstein im September das Glücksspiel im Web.

Wer ist der Begründer des modernen Pokerbooms?
Der Name könnte nicht passender gewählt sein: Chris Moneymaker zahlte 2003 zwei Dollar während eines Online-Pokerspiels ein, gewann, akkreditierte sich damit für das Main-Event und gewann zwei Millionen Dollar. Damit brach in Pokerkreisen eine Goldgräberstimmung aus. Nicht nur Genies mit jahrzehntelanger Erfahrung konnten hier zu Geld kommen, sondern auch Menschen mit ganz normalen Jobs und ein paar Pokerpartien am Abend.

Wie lässt sich mit Pokern Geld verdienen?
Der ungewöhnliche Sieg von Pius Heinz hat gezeigt: Im Glücksspiel Poker braucht es nun mal eine gehörige Portion Glück, um vom Erfolg gekrönt zu sein. Die Geschichte das modernen Turnierpokers hat schon unterschiedlichste Spielertypen reich gemacht. Allerdings waren immer fünf der Turniergewinner der World Series seit 2002 Amateure.

Nur die wenigsten Pokerprofis nehmen außerdem an Turnieren teil, sondern verdienen ihr Geld über Cashgames oder beim Online-Poker. Der Grund: Bei Turnieren sind die Einsätze weitaus niedriger, die Konkurrenz groß und der Glücksfaktor bekommt eine größere Bedeutung. Ergo: Die kalkulierte Gewinnchance ist weitaus niedriger als beim Online-Poker, bei dem Profis durch das Spielen mehrerer Hände an mehreren Tischen ihre Gewinne maximieren können. Eine andere Möglichkeit, seinen Unterhalt mit Pokern zu bestreiten, sind sogenannte Cash Games. Der Unterschied zum “normalen” Turnierspiel: Der Spieler kann jederzeit ein- und aussteigen, spielt mit Bargeld bzw. Spielchips und kann sich seinen Gewinn jederzeit auszahlen lassen.

Wer überträgt Pokerspiele?

Pokerturniere übertragen in Deutschland DSF und Das Vierte. Darüber hinaus sendet das DSF seine "DSF Poker-Schule". Außerdem veranstaltet ProSieben in unregelmäßigen Abständen mit Stefan Raab eine Pokersendung, bei der Prominente und ein Spieler, der sich zuvor online qualifiziert hat, um 100.000 Euro spielen.

Wo hat Poker seinen Ursprung?
Poker in seiner Urform hat es nie gegeben. Das Spiel hat sich aus vielen unterschiedlichen Kartenspielen entwickelt. Als gesichert gilt, dass das moderne Poker Anleihen im Poch findet. Poch wurde bereits im 15. Jahrhundert in Frankreich gespielt. Französische Auswanderer sollen das Spiel nach Amerika gebracht haben. Aus dem französischen “Poque” wurde dann im Laufe der Jahre das amerikanische "Poker".

Wie lässt sich Pokern erlernen?
Durch Training. Die Registrierung bei einem Anbieter ist kostenlos. Heinz selbst rät dazu, jahrelang online zu trainieren, um sich für Turniere zu qualifizieren. Eine gute Übersicht über entsprechende Literatur liefert Pokerbooks.de.

Wie hat Hollywood sich dem Thema genähert?
Bond-Fans dürfte wohl noch das bisweilen lebensgefährliche Pokerspiel in “Casino Royale”, dem ersten “James Bond” mit Daniel Craig in der Hauptrolle, in Erinnerung sein. Aber das Glücksspiel hat seit jeher Regisseure und Produzenten fasziniert. “Der Clou” aus dem Jahr 1973 ließ schon Paul Newman und Robert Redford vom großen Geld träumen. Ganz anders hat sich “The Cooler” dem Thema Pokern genähert: William H. Macy spielt als Bernie Lootz einen sogenannten “Cooler”, der Spielern durch seine bloße Anwesenheit Unglück bringt. Der Western “Schneller als der Tod” mit Sharon Stone, Gene Hackman und einem jungen Leonardo DiCaprio holte das Glücksspiel zurück in eine Zeit, als Pokerduelle auch mal tödlich endeten.

Wie wichtig ist Glück beim "Glücksspiel" Poker?
Seit es Poker gibt, streiten sich die Gelehrten über den Anteil an Glück, den es für ein erfolgreiches Pokerspiel braucht. Ein Argument dagegen ist der große Anteil professioneller Pokerspieler am internationalen Turniergeschäft. Wäre Poker reines Glücksspiel, würden Profis wie Gus Hansen nicht immer wieder enorme Gewinne einfahren. Dennoch hat Heinz‘ Sieg einmal mehr gezeigt, dass zumindest bei Großturnieren mit vielen Spielern langjährige Profis gegen Newcomer das Nachsehen haben.

Bluffen – bringt das was?

Offenbar schon. Der Bluff und das dazugehörige Pokerface sind die hohe Kunst des Pokerspielens. Ebenso kompliziert wie der Bluff selbst ist die Fähigkeit, Bluffs zu lesen und daraus einen Vorteil zu ziehen. Viele Pokerspieler haben teils skurrile Methoden entwickelt, sich gegen dieses Bluff-Lesen zu wehren: mit Sonnenbrillen, tief ins Gesicht gezogenen Basecaps oder, wie im Fall von Heinz, mit einer Kapuze. Dennoch hätte ein Bluff den 22-Jährigen beinahe den Einzug ins Finale gekostet. Dafür war er in der Endrunde mit einem Bluff umso erfolgreicher, als er seinem Gegner, der lange Zeit mit Abstand führte, eine Menge Chips stahl.

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