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Wie die Porsche-Werbung ins Ü-Ei kommt

Die Überraschungseier (umgangssprachlich: Ü-Ei) der Ferrero-Marke Kinder erfreuen sich bei Kindern (und auch manchen Erwachsenen) nach wie vor großer Beliebtheit. Dabei geht es meist weniger um die Schoko-Hülle, sondern das Spielzeug im Ei. Ferrero hat jetzt mit Porsche erstmals mit einem Auto-Hersteller kooperiert. Als Spielzeug wurden Mini-Modelle von Porsche-Autos beigelegt. Die dazugehörigen Zettelchen sind voll mit Werbesprüchen für die Luxus-Autos.

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So ist beispielsweise bei der Mini-Version des Geländewagens Cayenne (Verkaufspreis ab knapp 58.000 Euro) zu lesen: “Ob Sonnenschein, Regen oder Schnee – der Cayenne ist ein Alleskönner für jeden Untergrund. Und er nimmt dabei bis zu 5 Leute mit. Samt Gepäck und Fahrräder.” Neben dem Cayenne gibt es noch Ü-Eier mit dem Sportwagen Porsche 911er Turbo, dem Cabrio Boxter und dem viertürigen Porsche Panamera. Verkauft werden auch extra Porsche-Boxen mit vier Ü-Eiern, bei denen zwei Porsche-Modelle garantiert enthalten sind.

Für (erwachsene) Sammler mag so etwas von Interesse sein. Aber man kann auch die Frage stellen, ob die eigentliche Zielgruppe der Überraschungseier, nämliche kleine Kinder, unbedingt mit Werbesprüchen eines Luxus-Autoherstellers konfrontiert werden muss. Bei Ferrero sieht man darin kein Problem. Es gebe einen allgemeinen Trend hin zur Miniaturisierung von realen Gegenständen und Fahrzeugen. Die Porsche-Aktion entspreche diesem Trend. Die Spielzeug.Beschreibung halte sich an die Fakten zu den jeweiligen Autos. In der Vergangenheit habe es schon Kooperationen mit Fluggesellschaften gegeben, Porsche sei jetzt der erste Auto-Hersteller. Eine Ferrero-Sprecherin auf MEEDIA-Anfrage: "Kinder-Überraschung folgt mit Serien wie der zum A380 oder Porsche dem Trend zu Miniaturmodellen. Diese Serien fanden großen Anklang. Die Rückmeldungen der Verbraucher waren durchweg positiv"

Der Unterschied zwischen Flugzeugen und Autos ist nun freilich, dass Passagier-Flugzeuge keine Konsumgüter sind für die es sich lohnen würde Massen-Werbung zu machen. Laut Ferrero ging die Initiative zur aktuellen Aktion von Porsche selbst aus. Der Auto-Hersteller habe angerufen und vorgeschlagen, Auto-Modelle in Ü-Eiern beizulegen und mit einer Verkehrserziehung zu verknüpfen. Den Porsche-Werbezettelchen in den Ü-Eiern liegt jeweils ein Code bei, mit dem man sich auf der Ü-Ei-Website www.2magic.com eine Verkehrserziehung anschauen kann. Einzelne Verhaltensregeln für den Straßenverkehr sind auch schon auf den Beilage-Zettelchen abgedruckt Beispiel: “Denk dran: Du sollst nur mit Deinem Fahrrad fahren, wenn Du einen Helm aufhast.” Die Überraschungseier sind nicht mehr nur Naschwerk und harmloses Kinder-Spielzug, sondern Marketing-Vehikel. Die Ü-Eier haben ihre Unschuld verloren.
gefunden über den Twitterfeed von @derbulo

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