„Ich gönne der Show weiterhin jeden Erfolg“

Hat "Wetten, dass..?" ohne Thomas Gottschalk noch eine Zukunft? Der Moderator selbst scheint offenbar Zweifel daran zu hegen. Im Interview mit der Bild erklärt der Mann, der wie kein anderer mit der großen Samstagabend-Show in Verbindung gebracht wird, dass ein Nachfolger es "anders" machen könne, von "besser" ist nicht die Rede. Wer versucht, zwischen den Zeilen zu lesen, der mag auf die Idee kommen, dass Gottschalk die Sendung gar nicht abgeben möchte. Eine Interpretation.

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"Der Knochen, den ich hinterlasse, ist schon ziemlich abgenagt", sagte Gottschalk der Bild-Zeitung. Weiter heißt es: "Die Absicht eines jeden Nachfolgers muss es immer sein, es nicht besser machen zu wollen als der Vorgänger – sondern anders." Will er damit Kandidaten nach der Absage von Hape Kerkeling die Angst nehmen? Oder meint er, dass die Show ohne ihn keine Zukunft hat? Dass den "abgenagten Knochen" vermutlich gar niemand mehr aufheben will?

Vielleicht meint er ein wenig von beidem. Momentan scheinen alle Wunschnachfolger des ZDF einen großen Bogen um die Sendung zu machen. Außerdem stellt sich nach 20 Jahren "Wetten, dass..?" mit Thomas Gottschalk die Frage: Hat die Show ohne ihren exzentrischen Moderator eine Chance gegen die Konkurrenzsendungen auf RTL? Denn trotz heftiger Kritik darüber, wie zeitgemäßg die Sendung noch ist, versammelte Gottschalk am Samstag wieder einmal zehn Millionen Zuschauer vor dem Fernseher.

Zwischen den Zeilen scheint deswegen ein wenig Stolz durchzuschimmern, wenn er erklärt: "Natürlich gibt es Leute, die das können. Und ein Wechsel tut immer gut. Ich wollte nie einen anderen James Bond als Sean Connery. Inzwischen finde ich Daniel Craig klasse." Klasse? Das liest sich wie: "Okay." "Kann man machen." "Schön, dass Du da bist." Aber keineswegs wie: "Es war das Beste, was passieren konnte."

So sei die Frage in den Raum gestellt: Hört Gottschalk wirklich auf? Die Kombination aus Moderator und Show ist in Deutschland einzigartig. Eine nahtlose Nachfolge nur schwer denkbar. Ein Relaunch müsste her: neues Konzept, neuer Moderator, neuer Look. Sonst verhält es sich wie einer Partnerschaft, die längst zur Routine geworden ist: Es geht nicht mit, aber ohne erst recht nicht.

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