Zynga: sinkende Gewinne vor Börsengang

Nach Groupon ist vor Zynga: Freitag konnte das Schnäppchenportal aller Unkenrufe zum Trotz einen respektablen Börsengang vorlegen, in dessen Windschatten nun der nächste große Dotcom-Kandidat an die Wall Street eilt – der Online-Spiele-Anbieter Zynga ist als Nächster dran. Vorab wurde die fällige Bilanz für das abgelaufene dritte Quartal vorgestellt. Im Gegensatz zu Groupon schreibt Zynga schon Gewinne. Das Problem ist nur: Sie sind – deutlich – kleiner als im Vorjahr.

Anzeige

Nach Groupon ist vor Zynga: Freitag konnte das Schnäppchenportal aller Unkenrufe zum Trotz einen respektablen Börsengang vorlegen, in dessen Windschatten nun der nächste große Dotcom-Kandidat an die Wall Street eilt – der Online-Spiele-Anbieter Zynga ist als Nächster dran. Vorab wurde die fällige Bilanz für das abgelaufene dritte Quartal vorgestellt.  Im Gegensatz zu Groupon schreibt Zynga schon Gewinne. Das Problem ist nur: Sie sind – deutlich –  kleiner als im Vorjahr.

Die Steilvorlage ist aufgelegt:  Exakt 18,7 Milliarden Dollar war Groupon am Freitag in der Spitze wert – und damit bis auf läppische 500 Millionen Dollar am Internet-Pionier Yahoo dran.  Welch einen Unterschied ein einzelner Handelstag machen kann: Aus dem Stand hat sich Groupon damit in die Top Ten der wertvollsten Internet-Unternehmen der Welt geschoben – auf Platz sieben hinter Google, Amazon, Baidu, eBay, Priceline und eben Yahoo.

Ein potenzieller Neueinsteiger in den Top Ten steht schon in den Startlöchern: Der Online-Spiele-Anbieter Zynga strebt ebenfalls an die Wall Street – und das offenbar in den kommenden zwei Wochen.

Gemischte Ergebnisse: Umsätze explodieren um 80, Gewinne fallen um 54 Prozent

Mitgebracht auf die Roadshow vor Investoren hat Zynga sein neuestes Zahlenwerk für das abgelaufene dritte Quartal. Es kann sich sehen lassen: Im Gegensatz zu Groupon verdient Zynga gutes Geld. 12,5 Millionen Dollar waren es im jüngsten Dreimonatszeitraum.  Die schlechte Nachricht: Vor einem Jahr waren es fast 54 Prozent mehr.

Immerhin: Im Vorquartal sah der Trend noch unerfreulicher aus: Zynga verdiente zwischen April und Juni gerade mal 1,4 Millionen Dollar, nun immerhin fast eine Verzehnfachung. Bei näherer Betrachtung relativiert sich der Einbruch auch: Der Gewinnrückgang dürfte nicht unwesentlich im Zuge des Börsengangs den gestiegenen Aufwendungen und der Tatsache geschuldet sein, dass Zynga im ersten Halbjahr nur ein neues Spiel veröffentlichte. Die Umsätze explodierten unterdessen um 80 Prozent auf 307 Millionen Dollar.

Börsengang noch vor dem Erntedankfest geplant

Schon in der übernächsten Woche könnte es mit einem Gang an die Börse  so weit sein, glauben Experten. Nach Angaben von Reuters will Zynga noch vor dem traditionellen Erntedankfest, das am 24.11. stattfindet, seine Aktien an der Technologiebörse Nasdaq platziert haben. Zu welcher Bewertung Zynga an die Börse strebt, ist noch nicht bekannt.  

Im Frühjahr sah es so aus, als wäre auch Zynga für ein Multi-Milliarden-IPO prädestiniert: 1 Milliarde Dollar wollte der Anbieter von Online-Spielen wie "Mafia Wars" und "FarmVille" mindestens an der Börse einnehmen, wurde Anfang Juli kommuniziert – 1,5 bis 2 Milliarden Dollar könnten es sogar werden, mutmaßten Branchenexperten, was bei einem Emissionsvolumen von 10 Prozent des Unternehmens einen Börsenwert von bis zu 20 Milliarden Dollar bedeutet hätte. Dann kam der Börsencrash im Sommer, der auch Groupons Bewertung zumindest vor dem Börsenstart sichtbar zusammenschmelzen ließ.  

Der Online-Spiele-Anbieter  Zynga wurde erst 2007 gegründet und erlangte seine rasant steigende Beliebtheit mit browserbasierten Computerspielen wie "Farmville"und "MafiaWars", die innerhalb von sozialen  Netzwerken  wie Facebook enorme Verbreitung finden. Im Gegenzug muss Zynga Facebook 30 Prozent seiner Umsätze abführen; die Rechte an einer Reihe von Zynga-Spielen besitzt Facebook zudem exklusiv. Das Zynga-IPO wird damit auch zum Testballon von Facebooks eigenem Börsengang, der nächstes Jahr erwartet wird.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige