Springer-Zahlen: „Durch die Decke“

Springer-Boss Mathias Döpfner und Finanzchef Lothar Lanz eröffneten bei einer Telefonkonferenz zu den Konzernzahlen des dritten Quartals die "Aussicht auf ein neues Rekordjahr". Der Umsatz mit digitalen Medien und Angeboten wuchs in den ersten neun Monaten um 34,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. "Kein Mensch hätte gedacht, dass es so durch die Decke geht", sagte Lanz. Döpfner wiederholte derweil erneut sein Interesse am Zukauf von "Super-Marken" wie der Wiener Kronen-Zeitung.

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Die Axel Springer AG hatte am Montagmorgen die Quartalszahlen veröffentlicht. Als Wachstumstreiber und Highlights im Digitalgeschäft nannte Döpfner namentlich fünf Beispiele: Das digitale Klatsch- und Modeportal Stylebook, den Zukauf des Portals Netmums.com durch die Springer-Tochter Aufeminin.com, die Beteiligung Autoreflex.com in Frankreich, die Aufstockung der Beteiligung am asiatischen Immobilienportal iProperty durch die Tochter SeLoger.com und das wachsende Geschäft des Online-Werbevermarkters Zanox. Die von Döpfner genannten Beispiele decken alle drei Online-Geschäftsfelder von Springer – Inhalte, Marktplätze und Vermarktung – ab.

Die von Springer als Kennziffer verwendete EBITDA-Marge liegt für die Digitalgeschäfte nun bei 16,5 Prozent. Das EBITDA der ersten drei Quartale betrug knapp 112 Millionen Euro. Für Döpfner der Beleg: "Wir sind ein Inhalteunternehmen, das von der Digitalisierung profitiert!"

Auf Nachfrage äußerte sich Döpfner in der Telefonkonferenz noch einmal zu den Avancen, die er der WAZ-Mediengruppe gemacht hatte. An einzelnen WAZ-Marken und Beteiligungen hat Döpfner demnach Interesse, darunter an den Programmzeitschriften, dem Anteil am Rubrikengeschäft der Markt-Gruppe und dem Anteil an der Wiener Kronen-Zeitung. Es gebe in der Sache "keine Neuigkeiten", versuchte der Vorstandschef das Thema auf kleiner Flamme zu halten. Zur Wahrscheinlichkeit, dass Springer zum Zuge komme, wolle er sich nicht äußern. Zu "laufenden Gesprächen" könne er sich ebenfalls nicht äußern.

Ob es aber überhaupt Gespräche gibt oder ob das Thema für die WAZ-Gesellschafter schon längst gegessen und erledigt ist, scheint unsicher. Döpfner wirkte von den mehrfachen Nachfragen mal amüsiert, mal genervt: Das Interesse an den WAZ-Beteiligungen habe bei Springer nicht die Priorität, die ihr von außen zugedacht werde, meinte er schließlich. Doch ohne Zweifel sei die Wiener Krone "die erfolgreichste Zeitungsmarke der Welt". Wann immer es Chancen gebe, sich an einer solchen "Super-Marke" zu beteiligen, werde der Springer-Vorstand sie wahrzunehmen versuchen. Neben der Krone sehe er aber derzeit keine solcher Marken auf dem Markt im Angebot.   

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