Jalag verärgert Freie mit neuem Rahmenvertrag

Der Jahreszeitenverlag will sich mit einem neuen Rahmenvertrag umfassende Rechte an den Werken seiner freien Mitarbeiter sichern. Der Freischreiber-Verband hat die seiner Meinung nach „indiskutablen“ Paragraphen veröffentlicht und plant, den Vertrag notfalls auch gerichtlich anzufechten.

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Diese Punkte aus der „Rahmenvereinbarung“ des Jahreszeitenverlags kritisieren die Freischreiber:
2.4. „Der Autor verpflichtet sich, ähnliche Texte nicht an andere Verlage bzw. sonstige Dritte zu geben oder selbst zu verwerten.“
2.5. „Der Autor wird sämtliche Unterlagen und/oder Daten des Verlags… unmittelbar nach Beendigung des Einzelauftrags an den Verlag herausgeben, gleichgültig ob er diese auf elektronischem oder anderem Wege erhalten hat.“
3.2. „Die Rechteeinräumung gilt auch für die Nutzung zu Zwecken der Werbung aller Art und der Öffentlichkeitsarbeit, gleichgültig in welchen Medien dies geschieht.“
4.2. „Mit der Zahlung des im jeweiligen Einzelauftrag vereinbarten Honorars sind … abgegolten: …die Einräumung des Rechts zur Nutzung durch Dritte…“
4.3. Der Verlag zahlt dem Autor in bestimmten Fällen der Zweitverwertung eine Erlösbeteiligung von 40 Prozent des Netto-Erlöses = „Brutto-Erlöse abzüglich Mehrwertsteuer, Agenturprovision und Aufwand. Zum Aufwand rechnen Marketing- und Vertriebskosten sowie technische Kosten.“
4.4. Über die konkrete Höhe der vom Verlag für die Zweitverwertung zu zahlenden Vergütung werden sich die Parteien „verständigen“. Im Zweifelsfall setzt der Verlag die Höhe fest. Dagegen kann der Autor vor dem Landgericht klagen.
4.8. „Der Verlag erstellt innerhalb von zwei Wochen nach erstmaliger Veröffentlichung… eine Gutschrift über das dem Autor… zustehende Honorar und wird dieses spätestens binnen weiterer zwei Wochen… überweisen.“
Die Freischreiber sagen, am schwersten wiege der Abschnitt 3 der Rahmenvereinbarung. Darin werde die Abgabe sämtlicher Nutzungs-Rechte auf alle Zeiten für alle Nutzungsarten gefordert. Der Verband habe bereits mit Journalisten-Gewerkschaften Kontakt aufgenommen, die „wohl demnächst vor Gericht ziehen werden“.

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