Gruner + Jahr: Brigitte Mom geht in Serie

Der Nachwuchs entwickelt sich prächtig: Von der ersten Brigitte-Mom-Ausgabe sind nach Verlagsangaben 70.000 Exemplare verkauft worden. Die Resonanz auf den Titel, der seit zehn Jahren in der Schublade von Brigitte-Chefredakteur Andreas Lebert schlummerte, sei enorm gewesen. Ganze Ordner mit Leserbriefen seien seit dem Launch im September bestückt worden. Nun wollen die Mom-Macher nachlegen: Im kommenden Frühjahr und Herbst erscheint der Titel, der sich an Mütter und junge Frauen mit Kinderwunsch richtet.

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Das Heft wird dann, wie bereits die erste Ausgabe, sowohl im Pocket- (2,80 Euro) als auch im Magazin-Format (3,80 Euro) erscheinen. Man sei sich sicher, so Lebert, dass man mit dem Titel auch eine neue Leserschaft gewonnen habe. Bis Mitte Dezember ist die erste Ausgabe noch im Handel erhältlich.

Geht es für die Brigitte Mom bergauf, musste das Mutterblatt hingegen etwas einbüßen: Im 3. Quartal 2011 kam die Brigitte laut IVW pro Exemplar auf 660.011 verkaufte Hefte, darunter 241.054 im Einzelverkauf und 158.418 per Abo. Insgesamt betrug das Minus gegenüber dem Vorjahr vier Prozent, bei den Abos sogar minus 9,4 Prozent und im Einzelverkauf minus 10,4 Prozent. Im Fünf-Jahres-Trend hat das Magazin 29 Prozent der Einzelverkäufe verloren, sowie 38 Prozent der Abonnentinnen. Auch im Anzeigenverkauf zeigen die Pfeile nach unten: Brigitte hat in den ersten neun Monaten des Jahres laut Nielsen brutto 65,55 Mio. Euro mit Werbung umgesetzt, dies entspricht einem Minus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für den Brigitte-Woman-Titel konnte hingegen "das beste Anzeigengeschäft in der Geschichte" verbucht werden, sagte Felix Friedlaender, Verlagsleiter der Brigitte-Gruppe. Ebenso wurde im Online-Bereich Rekordzahlen erreicht. Für das kommende Jahr rechnet Friedlaender mit einem stabilen Anzeigengeschäft.  

Die Brigitte-Redaktion ist seit sieben Arbeitstagen wieder in den alten, umgebauten Räumen am Baumwall angesiedelt. Die Einzelbüros sind abgeschafft, von nun arbeiten die rund 100 Mitarbeiter der G+J-Frauenmarke auf zwei zusammenhängenden Flächen. Die Kosten für die Renovierungs- und Umbauarbeiten lagen nach Verlagsangaben im siebenstelligen Bereich.

Neben der örtlichen Renovierung hat sich das Heft auch einen kleinen inhaltlichen Relaunch gegönnt. Seit Heft 22 gibt es neben einem neuen Einstieg nun auch die neue Rubrik Check-In. In den Kurztexten geht es unter anderem um die Kategorie "Die drei Besten", in der drei Frauen genannt werden, die in ihrer Disziplin etwas Herausragendes geleistet haben oder eine kuriose Übersicht an Dingen, die Angela Merkel in zwei Wochen auf ihrem Kassenzettel hat. Dazu hat jedes Heft nun eine fünf Doppelseiten umfassende Fotostrecke. Auch optisch hat sich die Brigitte verändert: Das Layout hat nun einen größeren Weißanteil, dazu wurde die Schrift geändert, so dass das Heft im Ganzen nun aufgeräumter und auf das Wesentliche reduzierter wirkt.
Dass man an einer neuen Brigitte Young Miss arbeite, wies Lebert zurück. Das sei zur Zeit "kein Thema". Ebenso wurde verneint, dass man im Verlag einen neuen Titel in die Brigitte-Familie einführen wolle.

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