Deutsche Springer-Zeitungen legen leicht zu

Allzeithoch bei Axel Springer: Der Medienkonzern konnte in den ersten neun Monaten seinen Umsatz um 11,7 Prozent steigern auf 2,32 Mrd. Euro. Der operative Gewinn (EBITDA) wuchs von 385,8 auf 446,3 Mio. Euro. Hierzu trugen neben einer Ergebnisverdopplung der digitalen Medien auch die nach wie vor hochprofitablen inländischen Zeitungen und Zeitschriften bei. Trotzdem bleibt das inländische Print-Geschäft leicht rückläufig. Hoffnungsschimmer: Im 3. Quartal legte der Gewinn bei Zeitungen wieder leicht zu.

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Der Zuwachs betrug beim operativen Gewinn der Zeitungen National zwar nur 0,4 Prozent – aber immerhin. Auf neun Monate gerechnet sank das EBITDA der deutschen Zeitungen leicht von 230,3 auf 203,6 Mio. Euro. Der Vorstandschef legte das Augenmerk darum lieber auf das digitale Feld. "Unsere digitalen Medien wachsen unverändert dynamisch und liefern einen zunehmend größeren Ergebnisbeitrag", sagt Springer-CEO Mathias Döpfner. "Vor allem unsere starken deutschen Print-Marken profitierten im dritten Quartal von einer gegenüber dem Vorjahresquartal stabilen Nachfrage der Werbekunden und von Preiserhöhungen bei wichtigen Titeln. Besonders erfreulich entwickelten sich unsere inländischen Zeitschriften, die beweisen, dass man im Printgeschäft nach wie vor die Profitabilität steigern kann."
In den ersten neun Monaten erhöhte Axel Springer das Konzern-EBITDA um 15,7 Prozent. Das Unternehmen wuchs dabei sowohl organisch als auch durch die Konsolidierung erworbener Gesellschaften. Die EBITDA-Rendite legte im gleichen Zeitraum von 18,6 Prozent auf 19,3 Prozent zu. Mit einer EBITDA-Rendite von 23,8 Prozent sind die inländischen Zeitungen weiterhin profitabel, ebenso wie die inländischen Zeitschriften. Hier beträgt die EBITDA-Rendite 23,2 Prozent. Die Segmente Print International und Digitale Medien erreichten im selben Zeitraum EBITDA-Renditen von jeweils mehr als 16 Prozent.

Beim Umsatz verzeichnete Axel Springer in den ersten neun Monaten einen Zuwachs von 11,7 Prozent auf 2.318,2 Mio. Euro (Vj.: 2.075,3 Mio.). Mit einem Umsatzanstieg von 34,4 Prozent im Segment Digitale Medien und einem Plus von 30,4 Prozent im Segment Print International konnte der Konzern leicht rückläufige Erlöse bei den inländischen Printmedien erneut kompensieren. Bereinigt um Konsolidierungseffekte legte der Konzernumsatz um 5,3 Prozent zu. Effekte aus der Konsolidierung des Osteuropa-Joint Ventures mit Ringier wirkten sich bis Ende Juni 2011 aus.
Der Vorstand von Axel Springer bestätigt erwartungsgemäß – auch ohne weitere Akquisitionen – für das Geschäftsjahr 2011 einen Anstieg der Gesamterlöse im hohen einstelligen Prozentbereich, zu dem voraussichtlich alle Erlöskategorien – Vertriebs-, Werbe- und übrige Erlöse – beitragen werden. Für das EBITDA rechnet der Vorstand im Vergleich zum Vorjahr mit einem Anstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, ebenfalls ohne weitere Akquisitionen.
Starkes internationales Wachstum

Im internationalen Geschäft konnte der Konzern in den ersten neun Monaten die Auslandserlöse um 35,5 Prozent auf 757,8 Mio. Euro (Vj.:  EUR 559,2 Mio.) erhöhen und erwirtschaftete mit einem Anteil der Auslandserlöse von 32,7 Prozent damit nahezu jeden dritten Euro im Ausland (Vj.: 26,9 Prozent). Als Gründe für den Anstieg werden die internationale Expansion der digitalen Aktivitäten und der Ausbau des Printgeschäfts in Osteuropa genannt.

Auch bei den Werbeerlösen konnte  Axel Springer einen Anstieg verzeichnen. So legten diese in den ersten neun Monaten um 18,6 Prozent auf 1.145,2 Mio. Euro (Vj.: EUR 965,9 Mio.) zu. Zu diesem kräftigen Wachstum trugen sowohl Konsolidierungseffekte, insbesondere durch SeLoger.com und aus dem Osteuropa-Joint-Venture Ringier Axel Springer Media, als auch organisches Wachstum bei.

Die Vertriebserlöse nahmen in den ersten neun Monaten um 4,8 Prozent auf 908,9 Mio. Euro (Vj.: EUR 867,0 Mio.) zu. Neben der Einbeziehung des Joint Ventures mit Ringier wirkten sich hier auch Effekte aus Preiserhöhungen u. a. bei einer Teilauflage von Bild seit Anfang Mai 2011 aus. Die übrigen Erlöse stiegen um 9,0 Prozent auf 264,1 Mio. Euro (Vj.: EUR 242,3 Mio.).

Bereinigter Konzernüberschuss steigt um 7,7 Prozent

Axel Springer erwirtschaftete in den ersten neun Monaten einen Konzernüberschuss von 233,2 Mio. Euro nach EUR 257,6 Mio. im Vorjahreszeitraum. Der um wesentliche nicht-operative Effekte bereinigte Konzernüberschuss stieg um  7,7 Prozent auf 259,5 Mio. Euro (Vj.: EUR 241,0 Mio.). Das auf Aktionäre der Axel Springer AG entfallende bereinigte Ergebnis je Aktie legte von 2,28 Euro auf 2,31 Euro zu.
Das Segment Zeitungen National blieb in den ersten neun Monaten trotz eines leichten Umsatzrückgangs mit einer EBITDA-Rendite von 23,8 Prozent profitabel (Vj.: 26,3 Prozent). Im dritten Quartal stieg die EBITDA-Rendite auf 26,0 Prozent (Vj.: 25,8 Prozent). Der Segmentumsatz belief sich im Neunmonatszeitraum auf 854,1 Mio. Euro (Vj.: EUR 874,3 Mio.). Die Vertriebserlöse legten aufgrund von Preiserhöhungen leicht zu, während die Werbeerlöse rückläufig waren. Das EBITDA des Segments verminderte sich zwar von 230,3 Mio. Euro auf 203,6 Mio. Euro, legte jedoch nach deutlichen Rückgängen in den Vorquartalen im dritten Quartal um 0,4 Prozent zu.

Digitale Medien als Wachstumsmotor

Das digitale Geschäft blieb erwartungsgemäß der wichtigste Wachstumstreiber des Konzerns. Die Digitalisierungsstrategie konnte in allen drei Kompetenzfeldern – bei Inhalte-Portalen, bei Online-Marktplätzen und in der Online-Vermarktung – konsequent vorangetrieben werden. Im Segment Digitale Medien konnte den Umsatz in den ersten neun Monaten um 34,4 Prozent auf 677,7 Mio. Euro (Vj.: EUR 504,3 Mio.) gesteigert werden. Hierzu trugen sowohl ein starkes organisches Wachstum als auch Konsolidierungseffekte bei. Die Werbeerlöse legten um 43,2 Prozent zu, die übrigen Erlöse um 4,7 Prozent. Die digitalen Medien konnten das EBITDA auf 111,9 Mio. Euro (Vj.: 56,1 Mio.) verdoppeln und trugen damit rund 25 Prozent zum Konzern-EBITDA bei. Die EBITDA-Rendite des Segments nahm von 11,1 Prozent auf 16,5 Prozent zu.

Das Segment Zeitschriften National konnte die rückläufige Entwicklung des ersten Halbjahres ausgleichen und erreichte in den ersten neun Monaten mit 353,1 Mio. Euro einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres (354,4 Mio.). Das EBITDA verbesserte sich um 4,4 Prozent auf EUR 82,1 Mio. (Vj.: 78,6 Mio.), die EBITDA-Rendite stieg von 22,2 Prozent auf 23,2 Prozent. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 7,5 Prozent. Zu diesem Anstieg trugen die Vertriebserlöse mit einem Plus von 9,6 Prozent und die Werbeerlöse mit einem Plus von 6,7 Prozent bei. Hierdurch erhöhte sich das EBITDA des dritten
Quartals um 29,0 Prozent.

Im Segment Print International steigerte Axel Springer den Umsatz in den ersten neun Monaten um 30,4 Prozent auf 350,0 Mio. Euro (Vj.: 268,5 Mio.). Bis zum Ende des zweiten Quartals schlugen sich hier Effekte aus der Einbeziehung des Joint Ventures Ringier Axel Springer Media nieder. Die Werbeerlöse des Segments stiegen um 35,4 Prozent, die Vertriebserlöse erhöhten sich um 25,5 Prozent. Das EBITDA legte um 63,2 Prozent auf 56,8 Mio. Euro zu (Vj.: 34,8 Mio.). Das Segment erreichte eine EBITDA-Rendite von 16,2 Prozent nach 13,0 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Segment Services/Holding steigerte in den ersten neun Monaten den Umsatz um 12,9 Prozent auf 83,3 Mio. Euro (Vj.: 73,8 Mio.) und erwirtschaftete dabei ein EBITDA von -8,1 Mio. Euro (Vj.: -13,9 Mio.).

Axel Springer erhöhte in den ersten neun Monaten den frei verfügbaren Cashflow von 204,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 260,7 Mio. Euro Die Nettoverschuldung des Konzerns betrug zum 30.09.2011 446,4 Mio. Euro (31.12.2010: Nettoliquidität von EUR 79,6 Mio.). Hier schlug sich maßgeblich die Finanzierung der Übernahme von SeLoger.com nieder. Zum Ende des dritten Quartals verfügte Axel Springer über nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 940 Mio. Euro Die Eigenkapitalquote betrug zum 30.09.2011 46,0 Prozent (31.12.2010: 49,2 Prozent). Die Zahl der Mitarbeiter legte durch den kontinuierlichen Personalaufbau im Bereich digitale Medien, die Einbeziehung von Ringier Axel Springer Media und die Akquisition von SeLoger.com und kaufDA im Neunmonatsdurchschnitt auf 12.520 (Vj: 11.387) zu.

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