Nutzt Amazon Langzeitarbeitslose aus?

Weltweit sorgt Amazon mit Innovation für Furore. Doch in der deutschen Provinz, an seinen Standorten in Rheinberg und Werne, hat der Versandhändler nun den Zorn der Gewerkschaften auf sich gezogen. Ver.di und die ansässige SPD werfen Amazon vor, Hunderte von Mitarbeitern unentgeltlich für die Dauer von vier Wochen zu engagieren, subventioniert durch das Land. Viele Langzeitarbeitslose fühlen sich nun ausgebautet und laufen Sturm. Es ist die Rede von "moderner Sklaverei".

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Anlass für den Streit zwischen der SPD, Ver.di und den ansässigen Jobcentern ist die Tatsache, dass mehrere hundert Bewerber in Nordrhein-Westfalen, die über eine Arbeitsverwaltung vermittelt wurden, bei Amazon erst einmal ein vierwöchiges Praktikum absolvieren müssen. Erst dann würde darüber entschieden, inwiefern sie weiter angestellt würden, berichtet DerWesten.de.

Für die Jobcenter ist Amazon mit rund 3000 Arbeitsplätzen ein Sechser im Lotto. Doch mit Blick auf das Jahresende wollen viele Arbeitsagenturen in NRW das kostenlose Praktikum nicht mehr unterstützen. „Weil die Arbeitszeit bis Ende des Jahres befristet ist, fällt die Einarbeitungszeit weg und die Leute bekommen direkt einen Arbeitsvertrag“, erklärt Peter Glück, Chef der Arbeitsagentur im Kreis Wesel, gegenüber DerWesten.de.

Man wolle dem Versandhändler nicht durch kostenlose Arbeitnehmer das Weihnachtsgeschäft subventionieren. Amazon selbst erklärt sich dazu folgendermaßen: Je nach Geschäftsentwicklung könnten es in jedem der Logistikzentren mehrere Hundert Mitarbeiter sein, die im Anschluss an das Weihnachtsgeschäft weiterhin beschäftigt werden könnten.

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