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Was Griechenland mit Groupon verbindet

Wenn das so weitergeht mit Griechenland, werden Staatsanleihen von dort bald als Groupon-Schnäppchen angeboten. Der Rabatt-Riese aus den USA ist allen Unkenrufen zum Trotz diese Woche erfolgreich an die Börse gegangen. Noch so ein Beispiel dafür, dass “die Märkte” nur bedingt zurechnungsfähig sind. Und sonst: Ina Küper-Reinermann wandelt sich bei Burda von der Sex-Maus zur Braut-Frau, Aggregatoren sind auch nur Menschen und in Dortmund wurde Konzept-Kunst weggewischt.

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Am Freitag schwirrte einem ob der gleichzeitigen Rezeption verschiedener Ereignisse mal wieder der Kopf. Da war einmal die Meldung, dass das Ramsch-, Verzeihung, Rabatt-Portal Groupon erfolgreich an die Börse gegangen ist und 700 Mio. Dollar für fünf Prozent Groupon-Anteile erlöst hat. Kein schlechter Deal für Groupon. Gleichzeitig trafen wieder drei Groupon-Rabatt-Mails ein, die mir eine Wimpern-Verlängerung, einen City-Trip nach Düsseldorf, eine “Auto-Folierung” und den üblichen Groupon-Mischmasch aus Thai-Massagen, Wellness-Wochenenden und Tätowierungen anpriesen. Diese beiden Groupon-Welten wollen einfach nicht zusammenpassen: Einerseits das multinationale, Multi-Milliarden-Dollar schwere High-Flyer Tip-Top-Unternehmen. Andererseits der tägliche Billigheimer im E-Mail-Posteingang. Ich glaube nach wie vor nicht an die Nachhaltigkeit des Groupon-Geschäftsmodells, das im Prinzip nichts anderes ist, als das zu New-Economy-Zeiten schon einmal gescheiterte Power-Shopping-Konzept in neuem Gewand. Erinnert sich heute noch jemand an Letsbuyit.com und Konsorten? Eben! In diesem Zusammen sehr lesenswert ist das Stück “Inside Groupon: The Truth About The World’s Most Controversial Company” bei Business Insider.

Eine nützliche Website für alle Medien- und/oder Technik-Interessierten sind die beiden US-Aggregatoren Techmeme.com und Mediagazer.com. Wer das dynamische Aggregatoren-Duo noch nicht kennt, sollte das nachholen. Es gibt meines Wissens nach keine anderen Sites im Netz, die so zuverlässig und umfassend Nachrichten zu Internet- und Medienthemen aus den USA filtert. Das geschieht weitgehend mit Software aber bei Mediagazer und Techmeme arbeiten auch eine Handvoll Menschen. Mediagazer hat seine menschlichen Neuzugänge gerade vorgestellt. Ein schöner Anlass, um diese beiden nützlichen Dienste mal zu empfehlen!

Von der Sex-Maus zur Braut-Frau hat es Ina Küper-Reinermann bei Burda gebracht. Die Gründerin des leider erfolglos gebliebenen Burda-One-Shots Alley Cat (ein Erotik-Magazin für Frauen), hat jetzt einen neuen Job im Burda-Reich: Sie macht Freundin Wedding. Das ist kein Berliner Stadtteil-Magazin, sondern eine Münchner Antwort auf Gala Wedding. Eine Art gedruckte Brautmodenschau also. Und dass es mit der persönlichen Lifestyle-Kompetenz passt, deutet zart der Doppelname an: Aus Ina Küper von dirty Alley Cat wurde Ina Küper-Reinermann von reinweißen Freundin Wedding.

Meine Lieblingsmeldung der Woche war aber die mit dem Kunstwerk in Dortmund, das von einer Putzfrau zerstört wurde. So etwas hat ja eine schöne Tradition. Am bekanntesten sind sicherlich die Fälle, bei denen Putzhilfen eine Fettecke von Joseph Beuys entfernten. Noch schöner ist aber die Geschichte, dass SPD-Frauen 1973 eine verdreckte Badewanne von Beuys gereinigt haben, um darin Gläser zu spülen (nachzulesen hier bei Wikipedia). Dieser Fall soll auch die Vorlage für einen genialen Werbespot aus den 70ern gewesen sein, in dem zwei Putzfrauen eine verdreckte Badewanne im Museum mit ATA-Scheuerpulver sauber geschrubbt haben. Als dann der Herr Künstler auftrat und entsetzt tat, sagten die Damen nur: “Na Meister, glänzt’s!?” Eine super Werbung, die ich leider nirgends bei YouTube oder sonstwo im Netz gefunden habe. Falls es diesen Spot doch irgendwo im Netz gibt  – ich wäre für einen Hinweis dankbar.

Schönes Wochenende!

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