„Traumschiff“: einer der letzten Dinosaurier

Wenn "Das Traumschiff" des ZDF am Sonntag auf seine 65. Reise aufbricht, markiert dieser Trip gleichzeitig eine für heutige TV-Verhältnisse besondere Marke: Die Reihe existiert seit gut 30 Jahren. Das Besondere: Produzent Wolfgang Rademann ist es gelungen, die Zuschauerzahlen seit nunmehr gut 20 Jahren auf stabilem Niveau zu halten. Neben dem "Tatort" und "Wetten, dass..?" gehört "Das Traumschiff" damit zu den letzten großen Dinosauriern der deutschen Fernsehlandschaft.

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An die Zahlen der 1980er Jahre kommt "Das Traumschiff" logischerweise nicht mehr heran. Damals sahen regelmäßig mehr als 20 Mio. Leute zu, allerdings gab es auch noch keine Privatsender, bzw. sie gingen gerade erst an den Start. Schaut man sich allerdings die Zahlen der Jahre 1991 bis 2011 an, die der vergangenen 20 Jahre also, so wird deutlich, dass der ZDF-Reihe etwas Erstaunliches gelungen ist: Am 28. Februar 1993 sahen 8,71 Mio. Leute zu, am 1. Januar 2011 waren es 8,94 Mio. Mit anderen Worten: "Das Traumschiff" hat keine Fans verloren.

Die Zuschauerzahlen schwanken dabei natürlich etwas, allerdings nicht extrem. Selbst im Jahr 2008 wurde noch einmal die 10-Mio.-Marke geknackt. Und: Seit 1999 liegen die Marktanteile stabil über der 20%-Marke. Ebenso erstaunlich ist der Erfolg im jungen Publikum. 1,95 Mio. 14- bis 49-Jährige sahen die jüngste Reise am 1. Januar diesen Jahres, der Marktanteil von 12,8% lag auf mehr als doppeltem ZDF-Normalniveau. Auch hier zeigt sich in den vergangenen 15 Jahren (ältere Zahlen liegen uns zu dieser Zielgruppe nicht vor) eine extreme Stabilität.

"Traumschiff"-Macher Wolfgang Rademann gelingt es also, mit dem seit Ewigkeiten unveränderten Konzept ein gleich großes Publikum an sich zu binden. Immer gibt etwas fürs Herz, etwas Spannung, immer ist am Ende alles gut, immer fährt eine Mischung aus jungen Schauspielern und Gesichtern, die seit Jahrzehnten bekannt sind, mit. Immer gibt es ein bisschen was zum Fremdschämen und immer weiß der Zuschauer nach 5 Minuten schon, wie am Ende alles ausgeht. Aber: Immer wieder schalten 7 bis 10 Millionen Leute ein.

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