Großes Stühlerücken beim Nannen Preis

Kein radikaler Neuanfang: Gruner + Jahr verrät erste Details zum kommenden Henri Nannen Preis 2012. Die einzigen Neuerungen betreffen die Humor- und die neue Essay-Kategorie sowie die Jury. So scheiden unter anderem der SZ-Chefredakteur Kurt Kister und FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher aus, die sich im vergangenen Jahr noch gegen eine Aberkennung des Reportagepreises für René Pfister ausgesprochen hatten. Ihre Plätze nehmen nun u. a. Nils Minkmar, designierter Feuilleton-Chef der FAZ, ein.

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 Entgegen anders lautenden Gerüchten, bleibt allerdings der Chefredakteur der Zeit, Giovanni di Lorenze, der Jury enthalten. Neben Kister und Schirrmachern verlassen auch Anke Degenhard, Elke Heidenreich und Thomas Hoepker das Gremium.

Als neue Mitglieder begrüßt Gruner + Jahr neben Minkmar noch die Inhaberin der Fotoagentur Focus, Margot Klingsporn, den Chefredakteur NZZ am Sonntag, Felix E. Müller, den Fotografen James Nachtwey, TV-Journalisten Anja Reschke und den Autoren Richard David Precht.

Zum ersten Mal wird die Jury auch über Beiträge in der neuen Kategorie Essay entscheiden. In dieser Rubrik wüschen sich die Veranstalter Texte, die den Leser über ein aktuelles gesellschaftliches Phänomen informieren, mit dem der Autor sich auf persönliche Weise mit Gedankenschärfe und stilistischer Geschmeidigkeit auseinandersetzen. So heißt es nun in der Ausschreibung: "Der Essay soll knapp sein, er kann von einem Problem, einer These oder einer Kontroverse ausgehen und soll dem Leser einen Denkanstoß geben."

Mit dieser Neuerung soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass sich der Journalismus seit 2005 deutlich verändert hätte und "heute in viel stärkerem Maße auf das erheblich gestiegene Bedürfnis der Leser nach Einordnung und Orientierung eingeht."

Zu Lasten der neuen Kategorie verzichtet der Preis im kommenden Jahr auf die Humor-Auszeichnung. Stattdessen kann die Jury nun einen Sonderpreis vergeben, der auch "überragende Leistungen unterhaltsamer, humorvoller Berichterstattung" prämieren kann.

Insgesamt ist der Preis mit 35.000 Euro dotiert. Ab sofort sind alle Leser aufgerufen, Print- und Online-Arbeiten vorzuschlagen, aus denen die Vor-Jury dann eine erste Auswahl für die Bereiche Reportage, Investigation, Dokumentation, Fotoreportage und Essay.erstellt.

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