Autoren-Deal: wie Aust zur Zeit kam

Diese Personalie ist die Nachricht des Tages: Der ehemalige Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust wird Berater und Autor bei der Wochenzeitung Die Zeit. Wie genau die Tätigkeit des 65-jährigen N24-Gesellschafters und Print-Experten aussehen wird, verrieten die Hamburger jedoch in ihrer dürren Mitteilung nicht. Wie aus dem Pressehaus am Speersort jedoch zu hören ist, soll Aust unregelmäßig schreiben. Er hat kein eigenes Büro in der Redaktion und soll erst einmal keine neuen Konzepte für die Zeit entwickeln.

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Entstanden ist die Idee, dass der Bestseller-Autor und Fernsehmacher für die Wochenzeitung schreiben soll, offenbar in mehreren Gesprächen zwischen Aust und Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Den Zeit-Macher sollen vor allem die vielen Geschichten und Erlebnisse begeistert haben, die Aust von seinen unzähligen Reportage-Drehs von exotischen Schauplätzen mitbrauchte.

So wie der Autoren-Deal zwischen di Lorenzo und dem ehemaligen Spiegel-Chef eingetütet wurde, so soll sich auch die Beratertätigkeit erst einmal auf lockere Gespräche zwischen Aust und dem Zeit-Macher beschränken.

Irgendwelchen Regeln scheint der 65-Jährige bei seinem neuen Nebenjob nicht unterworfen zu sein. Er kann schreiben worüber er will und wann er will. Laut Pressemitteilung wird er jedoch vor allem in den Ressorts Wirtschaft, Politik und im Zeit-Dossier aktiv.

In der kommenden Ausgabe findet sich noch kein Text aus der Feder des Star-Journalisten. Im Laufe des Novembers soll ein erstes Stück folgen. Bei Aust muss man allerdings davon ausgehen, dass er keinen Einspalter abliefern wird.

Die Nachricht vom Aust-Engagement bei der Wochenzeitung verwundert die Branche. Denn eine solche Verpflichtung haftet immer das Geschmäckle an, dass hinter der Personalie ein größerer Masterplan stehen könnte. Seinen neuen Berater begrüßt di Lorenzo allerdings aus der Position der Stärke, denn die Wochenzeitung steht derzeit so gut da wie nie. Mit einer Gesamtauflage von 500.372 Exemplaren wurde gerade ein neuer Bestwert für ein drittes Quartal erreicht. Dasselbe gilt für die Magazine Zeit Wissen und Campus.

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