Samsung stößt Apple vom Smartphone-Thron

War es nur ein kurzes Gastspiel an der Spitze? Gerade mal drei Monate ist es her, als Apple erstmals der Sprung auf den Smartphone-Thron gelang: Mehr als 20 Millionen iPhones konnte das Unternehmen aus Cupertino verkaufen. Das war im zweiten Quartal. Im dritten waren es drei Millionen weniger – und das kostete Apple den ersten Platz. Im Sturm vorbeigezogen ist ausgerechnet jener asiatische Zulieferer, den Apple aktuell mit Klagen überzieht: Samsung ist nun das Maß aller Dinge – und zwar mit Abstand.

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War es nur ein kurzes Gastspiel an der Spitze? Gerade mal drei Monate ist es her, als Apple erstmals der Sprung auf den Smartphone-Thron gelang: Mehr als 20 Millionen iPhones konnte das Unternehmen aus Cupertino verkaufen. Das war im zweiten Quartal. Im dritten waren es drei Millionen weniger – und das kostete Apple den ersten Platz. Im Sturm vorbeigezogen ist ausgerechnet jener asiatische Zulieferer, den Apple aktuell mit Klagen überzieht: Samsung ist nun das Maß aller Dinge – und zwar mit Abstand.

Es war nicht wirklich die Woche von Apple: Tim Cook musste posthum in der Walter Isaacson-Biografie nachlesen, dass ihn Steve Jobs „nicht für eine Produktperson“ hält, während über den begnadeten Design-Chef Jonathan Ive zu lesen war, er habe sich über die Grabenkämpfe in Jobs’ Abwesenheit beklagt. Keine guten Aussichten für den zweitwertvollsten Konzern der Welt in der Post-Jobs-Ära?

Die Börse scheint es so zu sehen: In einer Handelswoche, in der, getragen von der Euro-Rettung nach Griechenlands 50-prozentigem Schuldenerlass, die kräftigste Rallye seit fast drei Jahren verzeichnet wurde, trat die Apple-Aktie auf der Stelle. Um gerade mal ein Prozent ging es nach oben, während die Technologiebörse Nasdaq um vier Prozent zulegte – vom Kursfeuerwerk an den europäischen Börsen ganz zu schweigen.

Apple nur noch zweitgrößter Smartphone-Hersteller – knapp vor Nokia

Ist die Luft raus bei Apple? Während die Aktienperformance nach dem jüngsten Quartal unter den Analystenerwartungen und der enttäuschenden iPhone 4S-Vorstellung viel Raum für Spekulationen bietet, steht ein Rückschlag seit Freitagabend fest: Apple hat einen empfindlichen Dämpfer auf dem Smartphone-Markt erhalten.

Die gerade erst im zweiten Quartal errungene Spitzenposition ist drei Monate später schon wieder verloren gegangen. 16 Prozent weniger iPhones als im Vorquartal verkaufte Apple zwischen Juli und September in Erwartung des Produktlaunches im Oktober. Das reichte nur noch für den zweiten Platz – und zwar gerade mal knapp. Mit nur 300.000 weniger verkauften Geräten folgt bereits der frühere Platzhirsch Nokia, der in der vergangenen Woche sein erstes Modell mit Windows-Betriebssystem vorstellte.    

Samsung verkauft 28 Millionen Smartphones in drei Monaten

An dessen Stelle ist nun der absolute Überflieger der vergangenen zwölf Monate gerückt: Apples Zulieferer Samsung, der den Trend an verkauften Geräten nachzeichnet, der in den letzten zwölf Monaten schon beim Marktanteil des mobilen Betriebssystems erkennbar war – Android-Smartphones sind extrem gefragt.

Die Dimensionen des Machtwechsels können Apple jedoch nicht gefallen. Enorme 28 Millionen Smartphones konnte Samsung im dritten Quartal weltweit absetzen – vor einem Jahr waren es nur 7 Millionen verkaufte Geräte. Das entspricht einer Wachstumsexplosion von 300 Prozent!

Kann Apple Samsung im Weihnachtsquartal noch einmal kontern?

Angesichts dieser Dynamik erscheint es eher wahrscheinlich, dass Apple seinen Spitzenplatz auf längere Zeit abgeben muss – 11 Millionen Unterschied sind trotz des Weihnachtsquartals und starken Verkaufsstarts des iPhone 4S eine gewaltige Hausnummer. Apple müsste wohl weit über 30 Millionen iPhones verkaufen, um mit Samsung noch einmal mithalten zu können.

Natürlich sagt die reine Marktführerschaft nicht alles über den Zustand der Mobilfunkbranche aus: Apple fährt mit dem iPhone ganz andere Margen ein als jeder andere Anbieter – Samsungs Erfolg ist zum nicht unwesentlichen Teil seinen wesentlich günstigeren Modellen geschuldet.  

Doch der Trend muss Apple-Bullen bedenklich stimmen: Nachdem die Marktanteile bei den mobilen Betriebssystemen hoffnungslos an Googles Android verloren gegangen sind, ist Apple nun auch bei den Geräten ins Hintertreffen geraten.  Und als wäre das nicht genug, konnte Android Apples iOS vergangene Woche auch noch erstmals bei App-Downloads hinter sich  lassen. Die Rückschläge Apples in der Mobilfunkwelt häufen sich – ein ungewohntes Bild für den Erfolgskonzern aus Cupertino.

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