Groupon hebt seinen Aktien-Verkaufspreis

Verkehrte Welt beim Rabattanbieter Groupon: Nicht günstiger, sondern teurer könnte der eigene Börsengang werden, wenn man Berichten der Finanznachrichtenagentur Bloomberg glaubt. Demnach denkt Groupon nun darüber nach, den Ausgabepreis für seine Aktien anzuheben. Zur Roadshow vor Investoren, auf der sich das gerade erst drei Jahre alte Start-up aktuell befindet, hatte Groupon seine Bookbuilding-Spanne zwischen 16 und 18 Dollar festgelegt. Das entspräche einem Börsenwert von 10 bis 11 Milliarden Dollar.

Anzeige

Kehrt die Gier noch vor dem IPO von Groupon zurück? Vergangene Woche erst hatte Groupon nach monatelangem Warten ernst gemacht und die Rahmendaten für den bevorstehenden Börsengang bekannt gegeben: Nur 540 Millionen Dollar wollte das Schnäppchenportal nun noch für die Emission einnehmen, hieß es.

Dafür werden 30 Millionen Aktien zu einem Ausgabekurs von 16 bis 18 Dollar emittiert. Der Unternehmenswert wird damit auf 10,1 bis 11,4 Milliarden Dollar taxiert. Mit im dritten Quartal deutlich kleineren Verlusten als erwartet im Gepäck ging CEO und Gründer Andrew Mason in der vergangenen Woche auf große Roadshow.

Nur knapp 5 Prozent des Unternehmens an der Börse

Nun ist das Investoren-Interesse aber offenbar so groß, dass Groupon nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg über eine Anhebung des Ausgabepreises nachdenkt. Eine Überzeichnung der Aktien wäre keine Überraschung, schließlich bietet das erst drei Jahre alte Start-up gerade mal 4,7 Prozent der Unternehmensteile an der Börse an – so wenig wie kein größeres Unternehmen seit der Internet-Euphorie 2000.

"Ich bin sicher, dass sie überzeichnet werden", erklärt Analyst Brett Harriss gegenüber Bloomberg. "Es ist ein dünner Start, aber trotz der jüngsten Kritik ist es eine gute Story", glaubt der Gabelli & Co-Volkswirt. Normalerweise bringen Unternehmen bei ihrem IPO zumindest 20 Prozent des Firmenwertes an den Aktienmarkt.

Die Praxis ist indes nicht neu: Eine verknappte Ausgabe von Unternehmensanteilen hatte schon beim Online-Netzwerk LinkedIn im Mai einen großen Run auf die Papiere entfacht. LinkedIn erlebte am ersten Handelstag fast eine Kursverdopplung. Groupon könnte schon Ende dieser oder in der nächsten Woche an die Börse gehen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige