Apples Newsstand beflügelt Digital-Verkäufe

Es sind erfreuliche Zahlen, die Condé Nast vorlegt: Offenbar konnte der US-Verlag dank Apples neuem Zeitungskiosk Newsstand die Einzelverkäufe um 142 Prozent steigern, die Abo-Abschlüsse sind um 268 Prozent gestiegen. Newsstand war zum Start kritisch beäugt worden. Denn Apple hält weiter an seiner Provision von 30 Prozent pro verkauftem Exemplar fest. Den Zuwachs verdanken die US-Verlage aber nicht Newsstand allein. Im Gegensatz zu vielen deutschen Medienhäusern setzen sie auf eine konsequente Multichannel-Strategie.

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Kaum zwei Wochen am Start sorgt Apples Newsstand offenbar schon für einen ersten Erfolg auf Verlagsseite. Gleich zwei US-Verlage berichten von einer positiven Entwicklung beim Abschluss von Digitalabos und dem Kauf von digitalen Einzelexemplaren.

Condé Nast setzt auf eine “Ein-Produkt-viele-Kanäle”-Strategie. Print-Abonnenten bekommen freien Zugang zu den Tablet-Versionen, sowohl für das iPad als auch Android-Geräte. Ende September konnte der US-Verlag 500.000 digitale Abschlüsse (50 Prozent Digital-Abonnenten/50 Prozent Printabonnenten) registrieren.

Kein Einzelfall: So hat der US-Verlag Hearst erst kürzlich die 300.000er Marke im Digitalvertrieb erreicht (Kombination aus Einzelverkäufen und Monatsabonnements). Ähnliche wie Condé Nast setzt auch Hearst auf eine Multichannel-Strategie mit Ausgaben in iTunes, dem eReader Nook und im digitalen Zeitschriftenkiosk Zinio (bislang US-only).

Newsstand scheint also nicht der neue Heilsbringer für die Verlagswelt zu sein, sondern vor allem ein neuer Erlöskanal von vielen.

Kurz erklärt: Newsstand ist die Portierung von iBooks auf Zeitungen und Zeitschriften. Doch die Sache gestaltet sich für täglich erscheinende Medien ein wenig komplizierter. User sollen mit der Software Publikationen vorab anlesen und mit einem Klick abonnieren können. Ein klarer Pluspunkt für die Verlage, wenn es denn so einfach funktioniert. Kein mühsames Ausfüllen von Anträgen, sondern schnelle Geschäfte. Gut gelöst: Die Downloads funktionieren endlich im Hintergrund.

Das bedeutet: Sie müssen nicht mehr vor dem eingeschalteten Gerät sitzen, damit der Download aktiv bleibt. Allerdings funktioniert der Download nur mit Wlan-Empfang. Damit will Apple vermeiden, dass das Herunterladen via UMTS allzu lange dauert und der Datentarif des Users überstrapaziert wird. Die Software findet sich als eigenständige App auf dem Home-Screen von iPad und iPhone, nachdem Sie das Betriebssystem auf iOS 5 upgedatet haben. Die Publikationen selbst haben nach dem Download keine eigenen Icons mehr, angezeigt wird immer das Cover der aktuellen Ausgabe.

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