Thomas Koch: “Wir wollen Taten statt labern”

Media-Legende Thomas Koch hat zusammen mit seinem Agentur-Partner Ralf Schwartz den Third Club ins Leben gerufen. Der Name bezieht sich auf den Begriff des Third Place, der neben dem Privaten und dem Arbeits-Raum Platz für Diskussionen bieten soll. Einige Medien-Menschen, wie Hubertus von Lobenstein, Mirko Kaminski oder Peter “Bulo” Böhling, haben sich dem Third Club bereits angeschlossen. Bei MEEDIA erzählt Thomas Koch, was es mit dem Club auf sich hat und wann es richtig losgeht.

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Zunächst: Wer oder was ist der "Third Club"?

Wer: Die namentlich genannten Gründer. Das ist eine Gruppe von Unternehmerpersönlichkeiten, die die Werbung wieder zu dem machen wollen, was sie früher war: Vorreiter, Innovator, Denkanstoßer …

War denn früher alles besser in der Werbung? Und woran krankt die Werbung heute?

Natürlich war früher nicht alles besser. Es hat jedoch in den 70er und 80er Jahren historische Impulse gegeben, die die Werbung beeinflusst haben – und durch die die Werbung wiederum die Gesellschaft beeinflusste: Wilp, GGK, Benetton … Heute krankt die Werbung an fehlenden Innovationen und fehlendem Mut aus dem Marketing. Die Agenturen haben sich dem einfach gebeugt.

Wer hatte die Idee zum Third Club?

Ralf Schwartz, mein Partner bei der Beratungsagentur Craft & Vision, und ich.

Was wird der Club konkret machen?

Öffentliche Diskussionen im Netz führen. Kaminabende zu ausgewählten Themen in verschiedenen Städten veranstalten. Später auch Seminare abhalten.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Bei Facebook finden Sie bereits einige Themen, über die eine Diskussion beginnt. Es geht dabei z.B. um das Infragestellen des Wirtschaftswachstums und um die Energie, die Agenturen in "Goldideen" investieren. Wir haben das so gedacht, dass Diskussionsthemen immer auch von Leuten von außerhalb in den Club hineingetragen werden.

Was sind denn "Goldideen"?

Das sind Ideen oder Kampagnen, die Agenturen nur kreieren um Awards zu gewinnen und die dann meistens niemals das Licht der Welt erblicken. Gold also im Sinne von: den ersten Platz in einem Wettbewerb holen.

Wann geht es los und wie kann man mitmachen?

Wir planen den ersten Kaminabend noch im November.Ich finde toll, dass wir uns dann schon erstmals physisch treffen werden. Wir geben rechtzeitig via Facebook bekannt, worum es geht und wo der Ort sein wird. Kommen kann dann jeder, der Lust hat. Ich rechne so mit 30 bis 40 interessierten Gästen.

Auf der Homepage des Third Club ist viel die Rede von Kreativität, Innovationen etc. Das sind auch Begriff, die gerne von traditionellen Medienmanagern im Munde geführt werden. Wie wollen Sie vermeiden, mit dem Club in die Phrasenfalle zu tappen?

Sieht aus wie Phrasen, sind aber keine. Sondern eine Absichtserklärung. Wir wollen Taten, statt labern. Wir wollen Menschen bewegen. Auf Unternehmens- und Agenturseite. Ich gebe ja zu, dass es so etwas noch nie gegeben hat. Wir werden beweisen, dass wir dazu imstande sind.

So eine Vision muss ständig neu belebt werden. Ein Negativ-Beispiel ist das "Internet-Manifest", von dem man schon lange nix mehr gehört hat. Wie soll vermieden werden, dass den Third Club das gleiche Schicksal ereilt?

Wir sind ein Dutzend hochengagierter Menschen aus fast allen Kommunikationsberufen, die es gewohnt sind zu beleben. Zu bewegen. Und zu verändern.

Woher stammt der Name Third Club, was bedeutet er?

Es gibt einen Third Place – nach dem Ort, an dem wir leben und an dem wir arbeiten. First oder Second Club ging nicht –  und The Last Club klang ein wenig überheblich …

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