Schlecker macht Ernst mit Print-Verzicht

Ein schwerer Schlag für Tageszeitungen: Die Drogeriemarkt-Kette Schlecker hat angekündigt, künftig fast nur noch in TV und Internet werben zu wollen. Schlecker will sich ein neues, positives Image verpassen und lässt dafür erstmals imagebildende TV-Spots produzieren. Die bekannten Schlecker-Anzeigen mit Sonderangeboten in Tageszeitungen gehören wohl der Vergangenheit an. Auch andere Discounter wenden sich von Print ab.

Anzeige

In einem Interview mit der Marketing-Fachzeitschrift Horizont erklärte Schlecker-Marketingleiter Volker Schurr, wie sich Schlecker künftig präsentieren will: "Wir werden humorvoll vermitteln, dass Schlecker ein sympathischer Nahversorger ist – eine Art guter Nachbar, der seine Sortimentsbreite durch kleine Geschichten und mit einem Augenzwinkern vorstellt." Bisher hatte Schlecker ein denkbar schlechtes Image, galt als eine Art böser Bube des Einzelhandels, der Mitarbeiter ausbeutet und dessen Filialen ein eher schmuddeliges Flair verströmten.

Das soll jetzt anders werden. Mit Hilfe der Werbeagentur Grey will Schlecker weg vom Schmuddel-Image. Dazu gehören emotionale TV-Spots, der neue Werbeclaim “For You. Vor Ort.” sowie eine neue Wort-Bild-Marke. Fast der gesamte Werbe-Etat von Schlecker soll dafür ins TV fließen, flankiert von Online-Werbung. Print-Werbung ist demnach nur noch in Ausnahmefällen vorgesehen. An Prospekten will Schlecker aber festhalten. Für die Drogeriekette ist das eine radikale Kehrtwende – bisher investierte Schlecker in Sachen Werbung fast ausschließlich in Print-Anzeigen.

Für Tageszeitungsverlage ist das eine weitere von vielen schlechten Nachrichten. Auch die Discounter-Ketten Aldi und Lidl weiten ihre Versuche, auf Werbung in Tageszeitungen zu verzichten, beständig aus.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige