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Handelsblatt legt zu, BamS verliert heftig

Überraschung bei den IVW-Auflagen des dritten Quartals: Erstmals seit mehr als einem Jahr konnte eine Tageszeitung wieder Käufer gegenüber dem Vorjahr gewinnen. Waren es Anfang 2010 die Süddeutsche und die taz, gewann diesmal ein Titel hinzu, der in den vorigen Quartalen zu den großen Verlierern gehörte: das Handelsblatt. Offenbar profitierte die Wirtschaftszeitung von der Euro- und Schuldenkrise, denn es gewann vor allem im Einzelverkauf am Kiosk hinzu. Großer Verlierer bei den Wochenzeitungen: die Bild am Sonntag.

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Das Handelsblatt legte nicht nur im Gesamtverkauf zu, den die Verlage durch Steigerung von sonstigen Verkäufen oder Bordexemplaren jederzeit beeinflussen können, es gewann auch in den beiden härtesten Auflagenkategorien Abo und Einzelverkauf. Das Minus bei den Abos konnte die Zeitung nämlich mit einem Kiosk-Plus von mehr als 1.800 täglichen Verkäufen mehr als ausgleichen, unter dem Strich bleibt ein kleines, aber beachtliches Plus von 118 bzw. 0,1%. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal stand hier noch ein Minus von 4,6%. Konkurrent Financial Times Deutschland profitierte hingegen nicht von dem gesteigerten Interesse an Wirtschafts- und Finanzinformationen, das in den vergangenen Monaten schon die Internet-Ableger beflügelt hatte: Die FTD verlor im Vergleich zum dritten Quartal 2010 mehr als 7% in den beiden härtesten Auflagenbestandteilen und fiel damit hinter die taz zurück.

Noch deutlicher sind die Verluste bei der Frankfurter Rundschau. Zwar liegen sie nicht mehr über der 10%-Marke, doch das Minus von 8,9% gegenüber dem Vorjahr sieht weiterhin dramatisch aus. Starke Verluste gibt es auch bei der Bild, die sich mit einem Minus von 6,5% immer weiter von der 3-Mio.-Marke entfernt. Natürlich bleibt das Springer-Blatt damit weiterhin die auflagenstärkste Zeitung des Landes. Relativ glimpflich davon gekommen ist neben dem Handelsblatt die taz, der 1,1% der harten Verkäufe abhanden gingen.

Ergänzt um Bordexemplare, sonstige Verkäufe, etc. kommt das Handelsblatt auf ein Plus von 0,7% und die FTD nur noch auf ein Mini-Minus von 0,1%. Des Rätsels Lösung: Mit einer Steigerung der Bordexemplare um fast 12% hielt man die verkaufte Auflage weiter künstlich über der 100.000er-Marke. Auch die F.A.Z. drückte ihr Minus auf ähnliche Art und Weise, größte Verlierer bleiben die Frankfurter Rundschau und die Bild.

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Bei den Wochen- und Sonntagszeitungen gibt es auf den ersten Blick drei Gewinner und einen großen Verlierer. Der Bild am Sonntag gingen nämlich dramatische 11,2% der Gesamtverkäufe verloren – ein heftiges Minus von mehr als 190.000 Käufern. Die Zeit gewann hingegen 1,3%, die F.A.S. 1,2% und die Welt am Sonntag 3,3%. Zur WamS muss allerdings angemerkt werden, dass die Zahlen nicht hundertprozentig vergleichbar sind, da hier inzwischen auch die Verkäufe der Welt am Sonntag kompakt hinzu gezählt werden.

Auf den zweiten Blick, sprich: wiederum nur in den Auflagenkategorien Abos und Einzelverkauf, hat allerdings auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Käufer verloren. Zwar nicht 11,5% wie die BamS, aber immerhin 0,4%. Bei den Abos stiegen die Zahlen zwar, doch im Einzelverkauf zeigen sie nach unten. Zulegen konnten hier hingegen Die Zeit und die Welt am Sonntag.

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