Apples „Bilanz-Schock“: das Medien-Echo

Drama, Drama, Drama: Apple hat es wirklich getan und zum ersten Mal seit sieben Jahren die Erwartungen unterboten – die der Analysten, wohl gemerkt. Die Reaktionen reichen von schierer Ungläubigkeit in den Wirtschaftsmedien bis zu Abwägungen, was nun mit der Aktie anzustellen ist. MG Siegler weist bei TechCrunch in der Aufregung indes auf etwas anderes hin: Apple hat heute Nacht ebenfalls die Mutter aller Rekordquartale angekündigt – ein Überblick über das Medien-Echo.

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Drama, Drama, Drama: Apple hat es wirklich getan und zum ersten Mal seit sieben Jahren die Erwartungen unterboten – die der Analysten, wohl gemerkt. Die Reaktionen reichen von schierer Ungläubigkeit in den Wirtschaftsmedien bis zu Abwägungen, was nun mit der Aktie anzustellen ist. MG Siegler weist bei Techcrunch in der Aufregung indes auf etwas anderes hin: Apple hat heute Nacht ebenfalls die Mutter aller Rekordquartale angekündigt – ein Überblick über das Medien-Echo.
 
Es sind ziemlich bewegte Tage für Apple-Aktionäre. Steve Jobs’ Rücktritt. Der iPhone 4S-Launch. Steve Jobs’ Tod. Neue Quartalszahlen, die erstmals seit sieben Jahren unter den Erwartungen zurückbleiben. Was passiert gerade bei Apple?

Der Kampf um die Deutungshoheit ist sofort nach Verkündung der Quartalszahlen gestern Abend entbrannt. "Apple verfehlt! Schockierend", befand Henry Blodgets Portalkonglomerat Business Insider. Und lieferte danach im Minutentakt die Einzelheiten "zur seltenen Verfehlung" via Alley Insider und Twitter. "Ich glaube wir können jetzt sicher sagen, dass die iPhone-Verschiebung Apple geschadet hat", legte sich der frühere Staranalyst von Internetaktien bei Merrill Lynch fest.

Henry Blodgets Apple-Analyse: Die große Stunde des Internetanalysten

Um seinen Finger dann so richtig in die Wunde zulegen: "Lustig: Seit fünf Jahren werden Analysten für ihre zu konservativen Prognosen vorgeführt – nun sollen die zu positiv gewesen sein?". Und Apple-CEO Peter Oppenheimer bekommt sein Fett richtig weg, als er im Conference Call erklärt, die Gerüchte um ein neues iPhone hätten den Absatzzahlen in den vergangenen drei Monaten geschadet.

"Das ist ziemlich lahm von Apple. Sie haben in der Vergangenheit so viel neue Produkte trotz "Gerüchten" platziert – und die Erwartungen dennoch nie verfehlt". Blodget gesteht Apple in seiner Einschätzung dennoch zu, dass die enttäuschende Bilanz aufgrund der Produkt-Verschiebung und nicht aufgrund konjunktureller Schwäche zustande kam.

"Seien wir ehrlich – Apples Quartal war nichts"

Dass Apple enttäuscht hat, findet auch der frühere Hedgefondsmanager und ehemalige Fox-Moderator Cody Willard: "Seien wir ehrlich – Apples Quartal war nichts", schreibt Willard, der in die Aktie einst bei 7 Dollar investierte, beim Finanzportal Marketwatch.

"Apple hätte die iPad-Schätzungen überbieten müssen. Haben sie aber nicht. Mit ihrem neuen CEO, der operativ zwar viel vorzuweisen hat, aber eben kein Steve Jobs ist,  gibt es einen weiteren Verkaufsauslöser", legt sich Willard fest und verkaufte selbst im nachbörslichen Handel einige Positionen. Langfristig bleibt der frühere Hedgefondsmanager jedoch investiert.

Sein früherer Mentor, der omnipräsente CNBC-Marktkommentator James Cramer, sieht das Quartal gelassener. "Apple war eine der besten Wachstumsstories der letzten zehn Jahre und kann es auch der nächsten sein." Der Gründer des Finanzportals TheStreet.com rechnet angesichts der Ergebnis-Verfehlung mit volatilen Kursbewegungen in den nächsten Tagen, sieht diese jedoch als mögliche Einstiegschancen.

TechCrunch lobt Ausblick

Giri Cherukuri von Oakbrook Investments sieht das ähnlich: "Der Kurssturz ist eine Kaufgelegenheit", erklärt der Vermögensverwalter gegenüber Bloomberg. Die Argumente dafür liefert MG Siegler von TechCrunch, ohne dabei klar Stellung zu einer Investmentstrategie zu beziehen: "Apple hat zum ersten Mal seit 2002 die Analystenerwartungen verfehlt. Das sind große Neuigkeiten. Die noch größeren: Die Erwartungen für das nächste Quartal."
Das nämlich ging in der Aufregung um die seltene Wall Street-Verfehlung ziemlich unter: "Wenn Apple sagt, sie wollen 37 Milliarden umsetzen, ist es gut möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass das nächste Quartal ein 40 Milliarden-Quartal wird!" Siegler bezieht sich dabei auf den notorisch konservativen Ausblick.

"Die Wall Street scheint voller Panik, Apple aber ist so selbstbewusst wie selten. Es mag sein, dass Apple Investoren mit diesem Ausblick in Zeiten der Unsicherheit einen Knochen hinwerfen wollte", sinniert Siegler. "Aber egal wie man es betrachtet – das war ein ziemlich dicker Knochen."

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