Apple verfehlt Analysten-Schätzungen

Auch in Cupertino wachsen die Bäume nicht in den Himmel: Überraschend hat Apple bei Vorlage seiner jüngsten Quartalszahlen erstmals seit 2004 wieder die Erwartungen der Analysten unterboten. Der wertvollste Technologiekonzern der Welt konnte zwar die eigenen Prognosen deutlich schlagen, nicht aber die der Wall Street. Obwohl Apple Gewinn und Umsatz nachhaltig steigerte und zwischen Juli und September 6,6 Milliarden Dollar verdiente, stürzte die Aktie nachbörslich um rund 7 Prozent ab.

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Schwerer Einstand für Tim Cook: Exakt zwei Wochen nach der zunächst eher enttäuschenden Präsentation des iPhone 4S stand der neue Apple-CEO mit der Verkündung der Quartalsbilanz erneut im Fokus. Und erneut konnte Cook den turmhohen Erwartungen nicht gerecht werden.

Dabei liest sich zunächst alles wie gewohnt bei Apple: Rekordzahlen, so weit die Bilanz reicht. Zumindest im Vergleich zum Vorjahr: 28,34 Milliarden Dollar erlöste der iPhone- und iPad-Hersteller in den 91 Tagen zwischen Anfang Juli und Ende September – das waren 39 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresquartal. Um 51 Prozent konnte der wertvollste Technologiekonzern der Welt sogar seine Gewinne steigern – von 4,31 Milliarden auf 6,62 Milliarden Dollar oder 7,05 Dollar je Aktie.


Enttäuschende iPhone-Verkäufe die Crux

An dieser Stelle fängt das Problem jedoch an: Apples immenser Erfolg wird dem iPhone-Hersteller zunehmend zum Verhängnis, denn die Analystenzunft erwartet immer mehr vom Platzhirsch. Bei 7,26 Dollar je Aktie hatten die Gewinnschätzungen der befragten Analysten gelegen – Apple leistete sich damit den Luxus, zum ersten Mal seit 2004 wieder hinter den Markterwartungen zurückzubleiben.
Die Problem-Sparte war in der Bilanz schnell ausgemacht: "Nur" 17 Millionen iPhones wurden im dritten Kalenderquartal, dem vierten und letzten in Apples Geschäftsjahr 2010/11, abgesetzt. Das entsprach zwar einer Steigerung von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, lag jedoch unter den Schätzungen der Wall Street, die zumindest von 20 Millionen iPhones ausgegangen war.

Positiver Ausblick kann Bilanz nicht retten – Aktie verliert 30 Dollar

Die übrigen Geschäftsbereiche entwickelten sich leicht besser als erwartet: Apple verkaufte 11,1 Millionen iPads, 10 Million Stück waren erwartet worden. 4,89 Millionen Macintosh-Computer gingen über die Ladentische, Analysten hatten mit 4,5 Millionen gerechnet. Die schwächelnde iPod-Sparte entwickelte sich mit 6,62 Millionen verkauften Apple-MP3-Playern etwas schwächer als prognostiziert.
Wesentlich besser als erwartet fiel dagegen der eigene Ausblick auf das laufende Quartal aus. 9,30 Dollar je Aktie stellte Apple in seiner traditionell konservativen Prognose im Weihnachtsquartal in Aussicht – und das bei Umsätzen von stolzen 37 Milliarden Dollar. Analysten hatten nur mit einem Gewinn von 8,96 Dollar je Anteilsschein bei Erlösen von 36,63 Milliarden Dollar gerechnet.

Der Apple-Aktie half der positive Ausblick dennoch nicht zählbar – das Papier kam im nachbörslichen Handel schwer unter Druck und verlor in der Spitze 30 Dollar oder 7 Prozent an Wert.  

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