Anklage gegen kino.to-Betreiber erhoben

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat Anfang dieser Woche Anklage wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen beim Landgericht Leipzig gegen den ersten der mutmaßlichen Betreiber von kino.to erhoben - in über einer Million Fälle. Dem Beschuldigten wird die Mittäterschaft am diesem illegalen Filehoster-Portal-System vorgeworfen. Man will offenbar nichts dem Zufall überlassen: Die Klageschrift umfasst stolze 15.000 Seiten.

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Zum Hintergrund: Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) hatte am 28. April 2011 Strafantrag gestellt. Nach intensiven Ermittlungen eröffnet die Generalstaatsanwaltschaft Dresden nun eine Reihe von Verfahren gegen die Mittäter des Systems „kino.to“. Die Anklage ist Folge einer internationalen Durchsuchungsaktion gegen kino.to unter der Leitung der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) am 8. Juni dieses Jahres. In deren Verlauf beschlagnahmten die Beamten die Domain von kino.to sowie die Server mehrerer Streamhoster und verhafteten 13 Personen. Sechs dieser Tatverdächtigen sitzen bis heute in Haft.
Die GVU und die Generalstaatsanwaltschaft sprechen von einem "parasitären Geschäftsmodell". Das System „kino.to“ bestand aus der bekannten Portalseite und mehreren Streamhostern, die zum Teil von den Portalseitenverantwortlichen selbst betrieben wurden. Auf den Streamhostern lagen laut GVU illegale Kopien von zuletzt mehr als 30.000 Einzeltiteln aktueller Kinofilme, älterer Produktionen sowie TV-Serien.

Für Film- und Serien-Nachschub auf den Streamhostern hatten die Portalseitenbetreiber nach GVU-Erkenntnissen so genannte Uploader engagiert und für die bestellten Raubkopien auch bezahlt. Sowohl auf der Portalseite als auch auf den Eingangsseiten der Streamhoster waren Werbebanner geschaltet, die zu Abzockseiten führten. Die Einnahmen aus diesen Werbemitteln und weiteren Provisionen stellten nach GVU-Erkenntnissen das eigentliche Ziel der kino.to-Verantwortlichen dar. 

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