AFP verbreitet erstes Foto von totem Gaddafi

Ist er tot, oder ist er es nicht? Nach der über Stunden unklaren Nachrichtenlage bezüglich des Schicksals des libyschen Ex-Diktators Gaddafi beanspruchte die französische Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagabend, als Erster ein Foto des getöteten Machthabers verbreitet und damit ein Dokument des Todes geliefert zu haben. Ein zufällig anwesender Foto-Korrespondent der Agentur hatte das Bild vom Display des Mobiltelefons eines Aufständischen, der Zeuge der Vorgänge war, abfotografiert.

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So schildert es AFP: "Das Foto war in Gaddafis Heimatstadt Sirte von einem Rebellenkämpfer mit einem Mobiltelefon aufgenommen worden. Kurz danach konnte der AFP-Fotograf Philippe Desmazes das Bild vom Display des Mobiltelefons abfotografieren. Darauf ist Gaddafi zu sehen, das Gesicht und die Kleidung voller Blut. ‚Ich berichtete über den Fall von Sirte und hörte Schüsse westlich von mir‘, sagte Desmazes. ‚Die Rebellen erklärten uns, dass Gaddafis Leute einen nächtlichen Ausfall versucht hatten.‘ Es habe Kämpfe gegeben, aber diese Feuerstöße hätten sich eher nach Freudenfeuer angehört als nach einem Kampf, berichtete Desmazes. Daraufhin habe er die Rebellen gebeten, ihn dorthin zu führen.

Dort angekommen, zeigten ihm die Kämpfer große Betonröhren, in denen ihren Abgaben zufolge Gaddafi vor seiner Gefangennahme versteckt gewesen sei. ‚Etwas weiter weg habe ich Rebellen bemerkt, die sich um ein Mobiltelefon drängten. Ich hatte Glück, ich war der Einzige, der sie bemerkt hatte.‘ Der Besitzer des Telefons habe ihm die Ergreifung von Gaddafi gezeigt, die er einige Minuten zuvor gefilmt hatte. ‚Das Licht um die Zeit machte es sehr schwierig, ein Foto machen. Aber die Kämpfer um mich herum warfen genug Schatten, um den Bildschirm abzufotografieren. Ich hatte großes Glück‘, betonte Desmazes.

Inzwischen sind Fotos und Videos von der Leiche auf allen Nachrichtenkanälen zu sehen. Doch die AFP glaubt, dass es nicht von ungefähr zu der Exklusiv-Verbreitung kam. "Dieser Scoop steht für die ununterbrochene Vor-Ort-Präsenz der AFP seit Februar in Libyen, unsere umfangreichen Anstrengungen und den Mut der Journalisten der Agentur", so AFP-Informationsdirektor Philippe Massonnet.

 

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