Anzeige

„Die Medienpolitik steckt in einer Sackgasse“

Er galt jeher als Verfechter des Privatfernsehens: Bayerns ehemaliger Landesminister hat sich in einem Brandbrief an die Politik für den privaten Rundfunk stark gemacht. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, äußert das politische Urgestein in einem Schreiben an die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel Besorgnis, “dass die Medienpolitik in Deutschland in einer gewissen Sackgasse steckt“.

Anzeige

Edmund Stoiber glaubt: “Keine politische Partei misst ihr eine erkennbar hohe Priorität bei.“ Der ehemaliger Landesminister von Bayern weiß, wovon er spricht: Er ist seit einigen Wochen Chef des Beirats des Münchner TV-Konzerns Pro-SiebenSat-1 Media AG und saß lange im Verwaltungsrat des ZDF.

Stoiber sieht die privaten Medien in einer “strategischen Zwangslage“. Vor allem mit Blick auf neue Mitbewerber wie Google, Apple und Facebook, die ebenfalls seit einiger Zeit in den Unterhaltungsmarkt drängen.

Außerdem wirft er den Öffentlich-Rechtlichen vor, “pausenlos in die kommerziellen Märkte“ zu expandieren. Sein Resümé: “Der private Rundfunk ist politisch nicht weniger relevant.” Gerade die Länder müssten seiner Meinung nach wieder zu einer “mutigen, weitreichenden und nationalen medienpolitischen Agenda“ finden.

“Wir müssen die Offenheit der Politik auch gegenüber dem privaten Rundfunk erneuern, um ihn im künftigen Wettbewerb mit den globalen Internet-Giganten zu entlasten und zugleich seine Kompetenzen und Fähigkeiten für die Politik zu nutzen“, zitiert die Süddeutsche Zeitung aus dem Schreiben.

Mehr zum Thema

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige