ZAK beanstandet RTLs „Mietpreller“

Ärger von ganz oben: Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) hat eine Folge der RTL-Dokusoap "Mietprellern auf der Spur" beanstandet. Es geht dabei um jene Sendung, in der sich das Team um Vera Int-Veen Zugang zu einer Wohnung verschaffte, ohne dass der Bewohner es zugelassen hatte. Die Bild-Zeitung hatte dies als Manipulation aufgedeckt. Die nachträgliche Bearbeitung sah die ZAK als Verstoß gegen journalistische Grundsätze an. RTL hat den Verstoß eingestanden.

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Bild.de hatte Ende Juli ein Video mit Rohmaterial vom Dreh der "Mietpreller"-Folge veröffentlicht. In dem Clip war zu sehen, wie die Moderatorin einen Behinderten manipuliert und bloßstellt. Für die Sendung wurde das Rohmaterial so zusammengeschnitten, dass es so wirkt, als habe der Mann, in dessen Wohnung das Kamerateam wollte, seine Zustimmung gegeben. Das Rohmaterial legte dann offen, dass Vera Int-Veen eine ganz andere Frage gestellt hat. Sie fragte: “Freust du dich, deine Schwester zu sehen?” Darauf der Bruder: “Jaaa.” In der Sendung wurde das “Ja” dann hinter die Frage geschnitten, ob man mit in die Wohnung dürfe. Zudem war deutlich zu sehen, dass der Mann eindeutig versuchte, dass RTL-Kamerateam von seiner Wohnung fern zu halten.

Darüber ging die Moderatorin mit ihrem Team rücksichtslos hinweg. Am Ende des Videos flieht er vor dem Kamerateam. Vera Int-Veen stachelt ihre Leute auf, hinterher zu rennen (“Bewegt Euch, hopp, hopp, hopp.”) Ganz am Ende des Videos hört man noch, wie Vera Int-Veen sagt: “Geil” und dabei lacht. Besonders bedenklich war dabei, dass der bloßgestellte Mann laut Bild auf eine Schule für geistig Behinderte geht.
In der Beanstandung der ZAK heißt es: "Für die Zuschauer entstand der Eindruck, der Bewohner habe das Fernsehteam hereingelassen. Tatsächlich hatte der noch minderjährige Mann seine Zustimmung nicht erteilt. Die verfälschende, nachträgliche Bearbeitung des Filmmaterials war ein Verstoß gegen journalistische Grundsätze." Auch die Niedersächsische Medienanstalt (NLM) hatte angekündigt, ein Verfahren gegen die Sendung einzuleiten
Int-Veen hatte bereits Ende Juli gegenüber der Bild am Sonntag zu den Vorwürfen Stellung genommen: “Natürlich wird viel weggeschnitten, wenn man sieben Tage dreht und hinterher ein 47 Minuten langer Beitrag übrig bleibt. Aber bei mir wird nicht getrickst; ich bin gegen jede Schummelei!" Stattdessen trennte man sich von dem verantwortlichen Schnitt-Producer.

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