Schwacher September drückt Print-Umsätze

Zwar setzten die Publikumszeitschriften im September brutto leicht mehr Geld mit Werbung um als 2010, doch im Vergleich zum Rest des bisherigen Jahres 2011 lief es nicht so gut. Folge: So viele Titel wie zu keinem Zeitpunkt 2011 liegen unter dem Vorjahr, Magazine wie Der Spiegel rutschten ins Minus und für die Mehrheit der Top-Zeitschriften sieht es schlechter aus als nach Ablauf des Monats August. Auf Platz 1 hat der stern die Bild am Sonntag wieder überholt, Aufsteiger bleibt Glamour, Verlierer die Sport Bild.

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101,17 Mio. Euro setzte der stern laut Nielsen Media Research in den Monaten Januar bis September brutto mit Anzeigen um – ein Plus von 2,3% und wieder klar mehr als die Bild am Sonntag, die nach Ende des Augusts vorn lag. Aber: Vor einem Jahr betrug das Wachstum auf das Gesamtjahr gerechnet noch 3,3%. Ähnlich die Situation bei den beiden Verfolgern: die Bild am Sonntag rutschte innerhalb eines Monats von +1,3% auf +0,4% und Der Spiegel sogar von +2,1% auf -0,5%. Einen Sprung nach oben machte hingegen der Focus, auch wenn er mit einem Minus von 3,4% weiterhin recht klar unter den Vorjahreszahlen bleibt.

Die weiteren Verlierer auf den ersten 25 Plätzen heißen in den ersten neun Monaten 2011 Brigitte, Bunte, TV Movie und Sport Bild, am deutlichsten zulegen konnten prozentual gesehen die drei Frauen-Titel Glamour, Vogue und Elle:

Auf den Rängen 26 bis 50 gibt es nun acht Verlierer, doppelt so viele wie nach Ablauf des Augusts. Unter dem Vorjahr liegen Hörzu, tina, Apotheken Umschau A, Superillu, myself, Lisa, Focus Money und Bravo. Der Jugendzeitschrift droht wegen des dicken Minus von 14,9% sogar der Sturz aus der Top 50 der werbeumsatzstärksten Zeitschriften. Am deutlichsten zulegen konnten in der zweiten Hälfte der Top 50 prozentual gesehen das Zeitmagazin, Schöner Wohnen und Computer Bild.

Nach absoluten Zahlen ist das Condé-Nast-Duo Glamour und Vogue der Gewinner des bisherigen Jahres. 6,52 Mio. Euro mehr setzte Glamour um, 4,91 Mio. die Vogue. Beide liegen damit mehr als 20% über den Brutto-Werbeumsätzen des Vorjahres. Über 4 Mio. mehr als 2010 erreichten zudem rtv West, Auto Bild, sowie auto motor und sport.

Der größte Verlierer des Jahres bleibt weiterhin die Sport Bild. Ohne Fußball-WM liegt Springers Sportmagazin 3,98 Mio. Euro unter den 2010er Zahlen. Dahinter folgen im Verlierer-Ranking die Klassiker Brigitte, Focus, Bunte und Bravo.

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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