Dnews.de: wegen Erfolglosigkeit geschlossen

Das unbemerkte Ende eines interessanten Nachrichten-Projektes: Bereits am 30. September macht der niederländische Marktführer Nu.nl seine deutsches Nachrichten-Portal Dnews.de dicht. Das Angebot zeichnete sich vor allen durch seine puristische und reduzierte Darstellung und klare Nutzerführung aus. Damit hätte das Portal beste Chancen auf Tablets und Smartphones gehabt. Der Grund für die Schließung: Offenbar blieb die Site immer hinter den "finanziellen Erwartungen" des Verlages zurück.

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Das unbemerkte Ende eines interessanten Nachrichten-Projektes: Bereits am 30. September macht der niederländische Marktführer Nu.nl seine deutsches Nachrichten-Portal Dnews.de dicht. Das Angebot zeichnete sich vor allen durch seine puristische und reduzierte Darstellung und klare Nutzerführung aus. Damit hätte das Portal beste Chancen auf Tablets und Smartphones gehabt. Der Grund für die Schließung: Offenbar blieb die Site immer hinter den "finanziellen Erwartungen" des Verlages zurück.

So sah Dnews.de im März 2009 aus

Unter der Internet-Adresse findet sich nur noch ein knapper Text. Dort heißt es: "Mehr als zwei Jahre nach dem Start von Dnews.de stoppt Sanoma Media Netherlands die Webseite, die iPhone- und iPad-App." Zudem erklärt noch der Content-Publishing-Direktor, Eric Ariëns: "Trotz des unermüdlichen Einsatzes der Redaktion müssen wir feststellen, dass die Marke Dnews.de nicht unseren kommerziellen Erwartungen entspricht, und dass in kurzer Zeit auch keine Trendwende zu erwarten ist."

Der Ansatz von DNews.de war es, alle wichtigen Nachrichten auf einen Blick zu liefern. Passend dazu war die Homepage extrem schmal, hatte nur kleine Bilder und kurze Texte: "Wir konzentrieren uns im Nachrichtenteil auf das Wesentliche", erklärte Antje Winter, Chefredakteurin der deutschen Redaktion, zum Start gegenüber MEEDIA. "Bei uns gibt es keine Hintergründe und Analysen. In Kolumnen wird das Tagesgeschehen kommentiert".

Das Ziel von Dnews war es, sich gegenüber den längst eingeführten starken Print-Marken, die hierzulande das News-Web Beherrschen, abzusetzten. "Der deutsche Markt ist sehr konform. Alle Angebote sehen gleich aus und folgen derselben Logik. Hier können wir mit unseren konträren Ansatz eine gute Ergänzung sein." Das hat offenbar nicht geklappt. In den Niederlanden dagegen ist nu.nl eine echte Erfolgsgeschichte. Seit 2007 ist die Site das am häufigsten besuchte News-Portal des Landes.

Es gelang dem Projekt wohl nie, richtig Fahrt aufzunehmen. Allerdings scheinen die Nutzerzahlen zwischendurch gar nicht so schlecht gewesen zu sein. Bei der ersten IVW-Meldung im April 2011 kam das Portal in Deutschland noch auf knapp über zwei Million Visits. Bis zum September brach der Traffic dann auf 402.638 Visits zusammen.

Der Grund für das Scheitern des Projektes liegt ganz offensichtlich darin, dass der Redaktion nie gelang eine gewisse Relevanz zu entwickeln. Es gab offenbar keinen Grund immer mal bei Dnews.de vorbei zusurfen. Anders hätte des Ende des ehrgeizigen Projektes niemals so lange unentdeckt bleiben können.

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