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Apples Newsstand: neue Chance für Verlage?

Die Idee kam von Steve Jobs persönlich: In der neuesten Version von Apples mobilem Betriebssystem, iOS 5, findet sich neben “iBooks” ein neues Icon auf dem Homescreen: der Zeitungs- und Zeitschriftenkiosk “Newsstand”. Für User durchaus komfortabel stellt die Apple-App die Verlage wieder einmal vor die Frage: Mitmachen oder wegen zu hoher Abgaben boykottieren? Der Tagesspiegel entschied sich fürs Mitmachen und konnte gleich sechsstellige Downloadzahlen vermelden. MEEDIA beantwortet die Fragen zum neuen Angebot.

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Was ist Newsstand?

Kurz gesagt ist Newsstand die Portierung von iBooks auf Zeitungen und Zeitschriften. Doch die Sache gestaltet sich für tägliche erscheinende Medien ein wenig komplizierter. User sollen mit der Software Publikationen vorab anlesen und mit einem Klick abbonieren können. Ein klarer Pluspunkt für die Verlage, wenn es denn so einfach funktioniert. Kein mühsames Ausfüllen von Anträgen, sondern schnelle Geschäfte. Gut gelöst: Die Downloads funktionieren endlich im Hintergrund.

Wie funktioniert Newsstand?
Das bedeutet: Sie müssen nicht mehr vor dem eingeschalteten Gerät sitzen, damit der Download aktiv bleibt. Allerdings funktioniert der Download nur mit Wlan-Empfang. Damit will Apple vermeiden, dass das Herunterladen via UMTS allzu lange dauert und der Datentarif des Users überstrapaziert wird. Die Software findet sich als eigenständige App auf dem Home-Screen von iPad und iPhone, nachdem Sie das Betriebssystem auf iOS 5 upgedatet haben. Die Publikationen selbst haben nach dem Download keine eigenen Icons mehr, angezeigt wird immer das Cover der aktuellen Ausgabe.

Was bedeutet das für die Verlage?
Apple hält weiter an seiner Provision von 30 Prozent pro verkauftem Exemplar fest. Die deutsche Verlagswelt steht also wieder einmal vor der Frage: Mitmachen oder boykottieren? Allerdings dürfte die Hemmschwelle weitaus niedriger sein. Immerhin sind die Kosten für die Bereitstellung in einem Publishing-Format weitaus geringer als die Konzeption und Produktion sowie technische und redaktionelle Betreuung einer App. Wie auch schon bei den Digital-Abos, die über Apple-Geräte geschlossen werden, dürfte aber wieder einmal die Herausgabe von Kundendaten – unter anderem Namen und Adresse, Alter sowie Geschlecht – zum Zankapfel mutieren.

Was bedeutet das für den User?

Weniger Stress. Abos, die sich mit einem Klick abschließen und kündigen lassen, auf den Geräten, die man sowieso immer dabei hat. Und alle Publikationen auf einem Blick.

Was bedeutet das für Apple?
Über die vielen Medien-Apps, seien sie redaktionell betreut oder nur als reine Reader-Variante, hatte sich Apples Appstore sowieso zur ernstzunehmenden Publishing-Plattform für Verlage entwickelt. Den Wendepunkt markierte die Axel Springer AG, als man erklärte, digital mehr zu erlösen als in Print. Nach iBooks war Newsstand also für Apple eine logische Konsequenz. Neben iTunes für Musik und Filme, dem Appstore für Spiele und Programme und iBooks für Bücher komplettiert der Konzern damit sein Unterhaltungsspektrum.

Gibt es schon positive Beispiele?
Ja. Als erste Tageszeitung ist der Tagesspiegel bei Newsstand erhältlich. Der Ansturm ist nach eigenen Angaben enorm, von sechsstelligen Downloadzahlen ist die Rede.

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