IVW: Weniger Bock auf Bravo & Co.

Das dritte Quartal 2011 lief für das Programmie TV Digital, das Frauenmagazin Cosmopolitan und den Branchenliebling LandLust erfreulich – alle diese Zeitschriften konnten ihre Gesamtauflage in diesem Zeitraum gegenüber dem Vorjahresquartal steigern. Erheblich zu kämpfen hatten dagegen Jugendmagazine und die IT-Presse. MEEDIA stellt in einer ersten Schnellanalyse der IVW-Auflagenzahlen die Gewinner und Verlierer des Quartals vor.

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Kurzer Hinweis vorab: Die heute veröffentlichten Zahlen spiegeln die Gesamtverkäufe von Zeitschriften in Deutschland. Details der Auflagenstruktur, also auch Einzelverkaufs- und Abozahlen der einzelnen Titel, werden erst am 20. Oktober vom Auflagen-TÜV IVW veröffentlicht. Zu den Segmenten:

Bei den Aktuellen Zeitschriften und Magazinen sank der Spiegel unter die Marke von einer Million verkauften Exemplaren (-4%) und kommt auf 971.524 Verkaufte. Der Spiegel lag zuletzt bereits vier Mal unter der magischen Millionengrenze. Der Stern verlor 6% zum Vorjahresquartal und liegt nun bei 854.221 durchschnittlich Verkauften – auch hier setzt sich ein Trend fort. Der Focus gewann dagegen leicht um 1% und verkaufte jede Woche 564.440 Hefte.

Zu den Gewinnern im Segment zählen u.a. die People-Zeitschrift Grazia (+14%) und Gruners großformatige Foto-Boulevardzeitschrift View (+11%), die dem Verlag zunehmend Freude bereitet. Weniger gut lief es im dritten Quartal für das People-Blatt OK! (-28%) und die SuperIllu (-9%). Das Gesamtsegment verlor zum Vorjahreszeitraum 3% der Gesamtauflage.

Bei den Programmzeitschriften regieren die Minusmacher, das Segment büßte 2% an Gesamtauflage ein. Vorteile haben weiterhin preisgünstige und wenig opulent aufgemachte Titel wie nurTV (+4%) oder TV pur (+3%). Für den Auflagenriesen TV Digital ging es aber ebenfalls nach oben – um 10% auf 1,8 Millionen Verkaufte. Dem gegenüber büßten andere Millionenseller wie TV Movie (-6%), TV Spielfilm plus (-8%) und Auf einen Blick (-7%) an Auflage ein.

Ein ähnliches Bild bei den Frauenzeitschriften – viele Verliererinnen, wenige Gewinnerinnen. Dazu zählen bei den wöchentlich erscheinenden Titeln etwa Die Aktuelle (+3%) und bei den Monatstiteln Cosmopolitan (+9%) und Emotion (+12%). Ausreißer nach unten finden sich u.a. bei Freizeit Revue (-4%), Frau von heute (-14%), Joy (-11%) und Vital (-10%). Alle drei 14täglichen Titel, also Brigitte, Freundin und Für Sie verloren zwischen 4 und 5% ihrer Gesamtauflage.

Hart traf es die Jugendtitel – das Segment büßte insgesamt 6% an Auflage ein. Minus 15% verzeichnete die Bravo, deren Gesamtauflage im dritten Quartal bei 409.885 Exemplaren lag. Auch Bravo Girl verlor 14% ihrer Gesamtauflage. Der Konkurrenz geht es nicht viel besser – Popcorn schnitt mit einem Minus von 18% gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Im Kinder- und Jugendsegment gewannen wie üblich Titel mit Extras wie zB Panini-Sticker an Auflage – wie etwa Star Wars (+206 %) oder das Playmobil-Magazin (+173%).

Vergleichsweise gut lief es für die Segmente Wohn- und Gartenzeitschriften (+2%) und Esszeitschriften (+2%) ab. Wie immer auf der Sonnenseite: LandLust mit einem Plus von 8% und einer fast unheimlichen Auflage von 810.175 Exemplaren. Der Konkurrenztitel Mein schönes Land stieg mit 190.994 Verkauften in die IVW ein. Bei den Esstiteln sorgte u.a. auch der neue Titel Meine LandKüche (71.105) für frischen Wind.

Kein leichtes Los haben die Titel im Segment Kino/Video/Audio/Foto und IT/Telekommunikation – mit nur ganz wenigen Ausnahmen stehen Minuszeichen vor der Auflagenentwicklung. Chip verlor 24% der Auflage und kommt auf insgesamt 255.472 Verkaufteim dritten Quartal. PC Welt verlor 23% und liegt damit bei 257.317 Verkauften.

Zur Wirtschaftspresse: Von den großen Titeln legten nur ManagerMagazin (+1%) und WirtschaftsWoche (+1%) leicht gegenüber dem Vorjahr zu. Abspecken mussten dagegen u.a. anlegerorientierte Titel wie BörseOnline (-17%) und Euro (-19%), aber auch Guter Rat (-10%) und das frisch renovierte Mittelstandsmagazin Impulse (-13%) – das zwar nun wesentlich besser aussieht, aber trotzdem weniger verkauft. Ein Schicksal, dass Impulse durchaus mit einigen anderen Leidensgenossen teilt.
  

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