Media Store: Madsack eröffnet Tablet-Shop

Es ist eines der interessantesten Tablet-Geschäftsmodelle in der deutschen Verlagslandschaft: In Hannover eröffnete die Verlagsgruppe Madsack am Samstag ihren ersten Media Store. In dem Laden schnürt der HAZ-Mutterkonzern mobile „Bundles“, die aus einem Tablet (iPad oder Galaxy Pad), einer Datenflatrate, redaktionellen Apps sowie diversen Service-Dienstleistungen bestehen. Das Gesamtpaket soll es für 50 Euro im Monat geben. Zeitgleich startet Madsack eine eigene App-Sonntagszeitung für Tablets.

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Das Konzept der Hannoveraner basiert im Grunde auf drei Säulen: Zum einen verkaufen sie ganz verlagsuntypisch Hardware und bauen zusätzlich noch ein eigenes Laden-Netz auf. Weitere Geschäfte sollen schon bald in Kiel und Leipzig entstehen. „Wir verfolgen ein modulares Franchise-Prinzip", erklärt Marc Klages, Geschäftsführer der neu gegründeten Madsack-Media-Store GmbH. Bei der Hardware bietet der 150 Quadratmeter große Flagstore zum Start entweder ein iPad 2 oder ein Samsung Galaxy Tab.

Der neue Media Store von Madsack. Die MEEDIA-Galerie zeigt alle Bilder aus dem neuen Tablet-Shop

Außerdem startet der Verlag eine ambitionierte App-Initiative, um die Inhalte der 17 regionalen Madsack-Titel mit möglichst vielen Synergien auf iPads und Smartphones zu bringen. Drittens organisiert der Verlag zusätzlich noch eigene Schulungen, um seine Leser fit für die neuen Techniken zu machen. In Hannover sind beispielsweise jede Woche mindestens eine Schulung für rund 100 Kunden geplant.

Ähnlich wie bei Apple will Klages auch den Besuch im Madsack-Store zum Event machen. „Der Kunde wird nicht nur kompetent beraten, er kann nach dem Kauf auch mit dem fertigen Gerät rausgehen. Da muss nichts mehr aktiviert oder frei geschaltet werden, das erledigen alles wir. Der Kunde kauft und kann sofort loslegen.“

Aus journalistischer Sicht ist die neue App Sonntag das Herzstück der Madsack-Initiative. Unter der Regie des ehemaligen HAZ-Chefredakteurs Ulrich Neufert produziert das frisch aufgestellte Redaktionsteam „Digitale Welten“ nun jede Woche ein opulentes Wochenend-Magazin. "Für uns ist die neue App die große Chance, ganz viel Neues auszuprobieren", erklärt Neufert gegenüber MEEDIA. "Wir wollen herausfinden, was für Inhalte und Erzählformen die Leser auf Tablets überhaupt interessieren". Zum Start bietet Sonntag jeweils rund 40 Kolumnen und Dossiers, die aus Bildern, Texten, Videos oder Audios bestehen können. So gibt es beispielsweise eine Audio-Slide-Show über einen alten griechischen Schneider aus Hannover oder 360-Grad-Bilder von der Richter-Ausstellung aus der Kester-Gesellschaft.

Die Inhalte werden zum Teil exklusiv für die Applikation produziert. Allerdings kann sich Neufert auch aus dem Content-Pool aller Madsack-Redaktionen bedienen. Zudem arbeiten die Hannoveraner mit dem Team der Rheinischen Post zusammen, die mit rp+ bereits ein ähnliches Sonntags-Magazin betreiben.

Geplant ist, dass alle Regional-Redaktionen die App zusätzlich noch mit eigenen lokalen Inhalten aufwerten können. Die Applikation gibt es für IOS und Android. In Apples App-Store ist sie allerdings noch nicht verfügbar. Zum Wochenende sollen die Probleme allerdings gelöst sein. "Wir haben schon zwei komplett fertig produzierte Ausgaben vorliegen", sagt Neufert.

Für Herbert Flecken, Vorsitzender der Konzern-Geschäftsführung von Madsack, markiert die Etablierung von Tablets "einen Meilenstein in der mobilen Mediennutzung". Denn sie sei gleichermaßen innovativ wie weitsichtig.

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