Wie Jobs‘ Erfolgsstrategie Ihrer Karriere nützt

Er widmete sein Leben zu großen Teilen einem Konzern: Apple. Er gründete ihn, verließ ihn und baute ihn nach seiner Rückkehr in den neunziger Jahren zum wertvollsten Konzern der Welt aus. Das war kein Glück, sondern unternehmerisches Können. Können, dem eine Agenda zugrunde liegt, an der sich Apples Erfolg messen lässt. Eine Agenda, die sich auf das Berufsleben generell und den Aufbau einer Karriere abstrahieren lassen. Fünf Tipps, wie Sie Apples Erfolgsstrategie selbst umsetzen können.

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1. Verschlichter Dich: Jobs beherrschte eine Kunst, die in den meisten Unternehmen verpönt sein dürfte. Die Kunst des Nein-Sagens. Für den Apple-Gründer war das Nein-Sagen, das Weglassen, oft weitaus wichtiger als "ja" zu allem zu sagen. Der Apple-Experte Leander Kahney schreibt in seinem Buch “Steve Jobs’ kleines Weißbuch”: „Jobs setzte den Schwerpunkt von Apple auf eine kleine Auswahl von Produkten, die Apple gut beherrschte.” Hier liegt ein Schlüssel zum Erfolg: Nein-Sagen, sich auf wenige Dinge konzentrieren, um diese stetig zu optimieren, anstatt unnötig viele Baustellen aufzuziehen. Ein Grundsatz, den sich auch freiberufliche Journalisten zu Herzen nehmen können. Auch wenn es schwerfällt: Einfach ein paar Angebote weniger annehmen, dafür mehr Kreativität in die vorhandenen Projekte stecken und so nachhaltig einen guten Eindruck machen!

2. Handle aus Kundensicht: „Er sah die Dinge immer aus Kundensicht, und was der Kunde wirklich erwartet. Die Kundenerfahrung musste sich durch das gesamte System ziehen, egal ob Desktop Publishing oder iTunes. Alles ist Teil des Systems. Genauso die Produktion. Die Lieferkette. Das Marketing. Die Läden“, erzählte der ehemalige Apple-CEO John Sculley 2010 in einem Interview über seine Zeit in den 1980er-Jahren mit Steve Jobs. Diese Sichtweise macht Sinn. Denn was nützt das fortschrittlichste Interface, wenn der Kunde es nicht versteht? Dieses Motto dürfte auch für Journalisten gelten: Was bringt die stichhaltigste Analyse eines komplexen Themas, wenn sie an der Zielgruppe des Mediums vorbeigeht? Handelt es sich nicht um ein Fachmedium, ist weniger oft mehr.

3. Neue Kundengruppen mit “Think different”
: Wie wollen Sie neue Zielgruppen erschließen und andere Menschen für Ihr Produkt interessieren, wenn Sie nicht ab und an aus ihren üblichen Denkmustern ausbrechen und mal querdenken? Bei Apple hieß das “Think different”. Ohne Querdenken hätte es iPhone, iPod und iPad vermutlich nie gegeben. Für Apple bedeutete das oft auch ein Auf und Ab mit Trial-and-Error-Erlebnissen, die auch Web-Portale nur zu gut kennen dürften. Wer in schnelllebigen Zeiten nicht wagt, der kann auch nichts gewinnen. Für Freiberufler im Journalismus kann Querdenken auch einmal heißen, etwas nicht für Auftraggeber zu machen, sondern nur für sich selbst. 

Blogger Richard Gutjahr formulierte es in einem Beitrag mit dem Titel “7 Tipps für Journalisten, damit Sie auch morgen noch einen Job haben”: “Tun Sie das, woran Sie glauben, wovon Sie überzeugt sind. (…) Arbeiten Sie 4 Tage die Woche in einer soliden, klassischen Umgebung. Aber dieser eine, dieser 5. Tag, der gehört Ihnen! Beginnen Sie ein Blog, eröffnen Sie einen YouTube-Channel, allein oder in der Gruppe, suchen Sie nicht nach Synergien sondern nach Gleichgesinnten und machen Sie Ihr Ding!”

4. Bleib trotzdem konsequent und erkennbar: Bei aller Querdenkerei gilt es aber trotzdem, seine Identität und Unverkennbarkeit nicht zu verlieren. Für Apple bedeutete das: Auch wenn Produktreihen aktualisiert werden, funktioniert der Wechsel für den Kunden möglichst nahtlos. So mininiert man die Verwirrung und maximiert die Bindung zur Marke. Für Sie bedeutet das: Haben Sie trotz Sorgen um ein gedecktes Konto auch immer Ihre Karriere im Blick. Geld ist wichtig, aber ein guter Name ebenso. Werden Sie zur Marke, zu jemanden, der den Menschen sofort in den Sinn kommt, wenn Sie Hilfe bei einem bestimmten Thema brauchen.

5. Es braucht eine klare Policy: Freidenkertum ist gut, aber ohne eine klare Policy lässt sich schlecht wirtschaften. Ob Großunternehmen oder Einmannfirma: Nur mit klaren Richtlinien verliert man im Dickicht der Konkurrenz und ständigen Innovation nicht den Überblick und bleibt seinen Werten treu. Zwischen Kult und Kultur war bei Apple seit längerer Zeit schon nicht mehr zu unterscheiden. Denn die gesetzten Richtlinien, Produkte puristisch zu gestalten, zu benennen, zu vermarkten und zu verpacken, haben den Apple-Kult begründet und gefördert.

Auch wenn Freiberufler oft gezwungen sind, ihre guten Vorsätze über Bord zu werfen, indem sie für Unternehmen arbeiten, die sie sonst nicht unterstützen würden, hilft ein klares Statut bei der Wahrung der beruflichen Integrität. Dazu gehört dann auch, wie in Punkt 1 erläutert, ab und an einmal “nein” zu sagen.

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