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Formel 1 bei Sky kein großer Quotenhit

Während 4,57 Mio. Leute am Sonntagmorgen bei RTL die zweite Formel-1-Weltmeisterschaft von Sebastian Vettel gefeiert haben, sahen den Japan-Grand-Prix bei Sky parallel dazu nur 210.000 Fans. Die Zahlen sind bezeichnend: Die Rennserie ist für den Pay-TV-Anbieter mit Durchschnittsmarktanteilen von etwas mehr als 2% zwar kein Flop, doch gegen die Zahlen der Fußball-Bundesliga, die samstagnachmittags regelmäßig an der Mio.-Marke kratzen, hat die Formel 1 nicht den Hauch einer Chance.

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Das Rennen vom Sonntag war mit seinen 210.000 Sky-Zuschauern das schwächste seit dem 1. April – natürlich wegen der unattraktiven Startzeit um 8 Uhr morgens. Dass Sebastian Vettel noch einen Punkt für den Weltmeistertitel brauchte, hat offenbar auch kein zusätzliches Publikum mobilisiert. Die größte Quotenbremse scheinen für die Formel 1 bei Sky aber die parallelen Übertragungen bei RTL zu sein. Während nämlich die Live-Spiele der Bundesliga exklusiv bei Sky zu sehen sind – lässt man Liga total außen vor – so zeigt sich auch bei der Champions League immer wieder, dass Sky unter den Normalwerten bleibt, wenn ein Spiel parallel bei Sat.1 läuft – und so ist es womöglich auch bei der Formel 1.

320.000 Zuschauer verzeichneten die 14 Rennen seit dem Start der offiziellen Sky-Quotenmessung am 1. April im Durchschnitt – ein Marktanteil von 2,1%. Bei den 14- bis 49-Jährigen sahen jeweils 150.000 zu – ähnliche 2,3%. Dass parallele Free-TV-Ausstrahlungen durchaus eine Auswirkung auf das Pay-TV haben, zeigen ein paar Beispiele. So schalteten das Champions-League-Spiel des FC Bayern in Villarreal am 14. September – bei paralleler Sat.1-Ausstrahlung – 290.000 Leute bei Sky ein, das zweite Match gegen Manchester City kam 13 Tage später ohne Sat.1-Konkurrenz auf 530.000 und damit fast auf das doppelte Niveau. Auch am ersten Bundesliga-Spieltag erreichte das Eröffnungsspiel zwischen Dortmund und Hamburg bei Sky – parallel zur ARD-Übertragung – mit 320.000 Zuschauern nur einen sehr mittelmäßigen Wert. Mönchengladbach und Wolfsburg sahen zwei Wochen später beispielsweise 400.000 Fans zu.

Offenbar ist es also so, dass sich Sport-Fans selbst wenn sie ein Sky-Abo haben, oft für die Free-TV-Übertragung entscheiden, sofern es eine gibt. Warum das so ist, müsste wohl erst erforscht werden, doch es erklärt, warum Sky beim Rechteeinkauf eine möglichst große Exklusivität haben möchte. Die Zahlen der Formel 1 zeigen zudem, warum Sky vor einiger Zeit verlauten ließ, dass man die Rechte an der Rennserie nicht um jeden Preis halten wolle. Dafür sind die Zahlen einfach nicht stark genug und reichen bei Weitem nicht an Bundesliga und Champions League heran. Das erfolgreichste Rennen war das am 10. April in Kuala Lumpur – 370.000 sahen es, darunter 210.000 14- bis 49-Jährige. Was bei den Zahlen der 14 Rennen seit dem 1. April allerdings auffällt: Das Sky-Publikum scheint sehr treu zu sein, mit Ausnahme von zwei Rennen landeten alle im Quoten-Korridor von 300.000 bis 370.000.

Die aufgrund der RTL-Übertragungen mangelnde Exklusivität kann Sky im Übrigen auch nicht mit Zusatzfeatures wie dem Schwarz-Rot-Gold-Kanal, dem Cockpit-Kanal oder weiteren Gimmicks wettmachen. Am Sonntag verteilten sich die 210.000 Zuschauer beispielsweise auf 160.000 Zuschauer des SD-Supersignals und 50.000 Zuschauer des HD-Supersignals. Alle anderen Kanäle landeten bei weniger als 5.000 Sehern (0,00 Mio.) und Marktanteilen von 0,0%.

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