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Fall Kachelmann: Staatsanwaltschaft gibt auf

Der spektakulärste Strafprozess des Jahres wird keine Neuauflage erleben: Am Freitag hat die Staatsanwaltschaft Mannheim im Verfahren gegen den Moderator Jörg Kachelmann die Revision gegen das Urteil des Landgerichts vom 31. Mai, durch das der Angeklagte vom Vorwurf der schweren Vergewaltigung und gefährlichen Körperverletzung freigesprochen wurde, zurückgenommen. Das teilte die Behörde mit. Offenbar wird auch die Ex-Geliebte Kachelmanns auf eine Anfechtung des Urteils verzichten.

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Damit wäre das Urteil rechtskräftig. Zu den Gründen hieß es: "Die Staatsanwaltschaft geht nach Prüfung der schriftlichen Urteilsgründe davon aus, dass die Durchführung der Revision vor dem Bundesgerichtshof keine genügenden Erfolgsaussichten bieten würde. Im Revisionsverfahren werden Urteile ausschließlich auf das Vorliegen von Rechtsfehlern kontrolliert. Solche Fehler enthält das Urteil nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht."

Und weiter: "Die sehr ausführlich begründete Entscheidung der 5. Strafkammer des Landgerichts kommt mit nachvollziehbaren Argumenten zu dem Ergebnis, dass das Gericht sich nach umfassender Beweisaufnahme nicht mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit von der Schuld des Angeklagten überzeugen konnte. Folglich musste er aus Sicht der Kammer nach dem Grundsatz ‚im Zweifel für den Angeklagten‘ freigesprochen werden." Damit ruderte die Staatsanwaltschaft gegenüber ihrer ursprünglichen Bewertung des Urteils zurück. Ausdrücklich hieß es zudem in Richtung Medien: "Von Nachfragen zum Inhalt des Urteils bitten wir abzusehen."
Kachelmann hatte auf Twitter den Link zur Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft gepostet und mit "interessant" überschrieben. Kurze Zeit später twitterte der Wettermoderator: "Danke für die Gratulationstweets. Kann nicht immer lesen, muss mich tierisch beeilen wg Radio Primavera-Wochenendwetter und Youtube-Videos."

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